ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Hyperthermie während der Schwangerschaft kein Risiko für Totgeburt

MEDIZIN: Referiert

Hyperthermie während der Schwangerschaft kein Risiko für Totgeburt

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): A-190 / B-174 / C-170

Seger, Gabriele

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LNSLNS Hyperthermie wirkt bei einigen Tieren teratogen und kann zum Tod des Fetus führen. In einer Kohortenstudie gingen die dänischen Autoren der Frage nach, ob, wie bisher angenommen wurde, Fieber auch beim Menschen einen Risikofaktor für eine Totgeburt darstellt. 27 432 Frauen, die sich in der ersten Hälfte ihrer Schwangerschaft befanden, wurden für die Danish National Birth Studie ausgewählt. Mithilfe von Interviews ermittelten die Autoren bei 24 040 der Frauen, ob und wie oft Fieberereignisse während der ersten 16 Wochen der Schwangerschaft aufgetreten waren. Außerdem wurden für jede Fieberepisode Daten zur Höhe des Anstiegs der Körpertemperatur und des Gestationsalters erhoben.
Vom Civil Registration System und der National Discharge Registry erhielten die Wissenschaftler Angaben über den Ausgang der Schwangerschaften. Anhand dieser Daten wurde unter Beachtung der Möglichkeit einer verspäteten Geburt ein relatives Risiko von 0,95 (95 Prozent Konfidenzintervall 0,8 bis 1,13) für eine Totgeburt bestimmt.
1 145 Schwangere (4,8 Prozent) hatten eine Fehl- oder Totgeburt erlitten. Bei 3 752 (18,5 Prozent) der untersuchten Frauen war mindestens eine Fieberepisode während der ersten 16 Wochen der Schwangerschaft aufgetreten.
Unter Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren, wie beispielsweise
mütterliches Alter, Anzahl vorheriger Fehlgeburten, Alkohol- und/oder Tabakkonsum, und der gemessenen Parameter wie Dauer und Anzahl der Fieberepisoden, Fiebertemperaturmaxima, Gestationsalter zur Zeit der Fieberepisode fanden die Forscher keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Hyperthermie während der ersten 16 Wochen der Schwangerschaft und einer Totgeburt. Se
Nybo Andersen A-M, Vastrup P, Wohlfahrt J, Andersen PK, Olsen J, Melbye M: Fever in pregnancy and risk of fetal
death: a cohort study. The Lancet 2002; 360: 1552–1556.

Dr. Anne-Marie Nybo Andersen, Department of Social
Medicine, University of Copenhagen, Blegdamsvej 3, 2200 Kopenhagen, Dänemark. E-Mail: a.nybo@socmed.ku.dk

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