ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Landschulheim am Solling: Mit Kopf, Herz und Hand

VARIA: Bildung und Erziehung

Landschulheim am Solling: Mit Kopf, Herz und Hand

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): A-208 / B-190

Bühring, Petra

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Foto: Landschulheim am Solling Musik ist ein Schwerpunkt des Lehrplans.
Foto: Landschulheim am Solling Musik ist ein Schwerpunkt des Lehrplans.
Das Internat im Weserbergland legt Wert darauf,
allen die gleichen Chancen zu bieten.

Wir fördern jedes Kind in seinen individuellen Fähigkeiten und dahingehend, in der Gemeinschaft leben zu können. Die Schüler sollen Verantwortung für sich und andere übernehmen.“ So fasst die Schulleiterin, Dr. Benita Daublebsky, die Erziehungsziele des Landschulheims am Solling zusammen, das seine Wurzeln in der Reformpädagogik von Herrmann Lietz hat. Das vor 90 Jahren gegründete Landerziehungsheim mit staatlich anerkanntem Gymnasium liegt
auf einem 22 Hektar großen Gelände im Weserbergland zwischen dem ausgedehnten Waldgebiet des Sollings und der Stadt Holzminden.
200 Schüler leben zurzeit im Internat, und noch einmal 60 Schüler besuchen als Externe das Gymnasium. Der Anteil von Jungen und Mädchen bei den Internatsschülern ist ausgeglichen – in vielen Internaten sind oft mehr Jungen. Die Kinder kommen aus allen sozialen Schichten und aus vielen Teilen der Welt. Nicht nur wohlhabenden Familien wird der Aufenthalt ihrer Kinder ermöglicht, wie das Schulgeld (zwischen 1 665 und 1 830 Euro im Monat je nach Jahrgang) vermuten lässt. Möglich wird dies durch Nachlässe um bis zur Hälfte des Schulgeldes. Bei einigen Kindern wird die Unterbringung auch im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes finanziert.
Dr. Daublebsky legt Wert darauf, „kein elitärer Betrieb“ zu sein. So werden auch den Kindern aus weniger privilegierten Familien „elitäre“ Sportarten wie Golfen, Tennis oder Reiten ermöglicht. 17 Pferde beherbergt das Landschulheim zurzeit, davon die meisten Schulpferde. Einige der rund 30 ambitionierten Reiterinnen – pferdebegeistert sind meist Mädchen – haben auch ihre eigenen Pferde dabei.
Musische Fächer wie Kunst, Musik und Theater sind ein Schwerpunkt des Lehrplans am Gymnasium des Landschulheims. Kunst und Musik können auch als Leistungskurse in der Oberstufe gewählt werden. Der Schwerpunkt
Lateinamerika führt dazu, dass Spanisch als zweite und dritte Fremdsprache angeboten wird. Handwerkliches Talent können die Kinder in der Freizeit erproben: Tischlern, Töpfern und Schmieden wird in den Werkstätten auf dem Gelände angeboten. Für die Oberstufenschüler ist zudem ein „sozialer Dienst“ einmal in der Woche verpflichtend, denn die Übernahme von sozialen Aufgaben ist im Sinne der Pädagogik der Landerziehungsheime. Das kann eine Ausbildung zum Sanitäter, Mitarbeit beim Technischen Hilfswerk, die Betreuung der Jüngeren oder auch Bibliotheksdienst sein. Das Internat bietet dem alten Motto der Reformpädagogik entsprechend „Bildung für Kopf, Herz und Hand“.
Petra Bühring


Informationen:
Stiftung Landschulheim am
Solling, Einbecker Straße 1
37603 Holzminden
Telefon: 0 55 31/1 28 70
Fax: 0 55 31/12 87 88
E-Mail: info@Lsh-holzminden.de
Internet: www.Lsh-holzminden.de
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