ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003zur Deutschen Telekom: T-Aktie vor dem Sprung?

VARIA: Schlusspunkt

zur Deutschen Telekom: T-Aktie vor dem Sprung?

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): [96]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Die meisten Börsianer nahmen die Zahl ungläubig, weil unerwartet, zur Kenntnis. Die T-Aktie schaffte es tatsächlich, wieder über ihren Ausgabepreis aus dem Jahr 1996 zu klettern, wenn auch nur für die Dauer eines Börsentages. Dabei schienen die Vorzeichen zum Jahresauftakt bestenfalls gemischt, und spätestens seit der strikten Kreditwürdigkeits-Herabstufung durch die Ratingagentur Moodys schien der Kurs des Bonner Konzerns eher abwärts gerichtet.
Die Realität strafte die Erwartungen allerdings Lügen, denn die T-Aktie ist seit Jahresbeginn über 13 Prozent gestiegen, während der DAX sich per saldo kaum bewegte. Kein schlechter Erfolg. Händler berichteten, dass sich nahezu alle großen institutionellen Anleger auf der Käuferseite befänden. Es sei nicht nur die charttechnische Situation bei der Deutschen Telekom positiv, sondern auch fundamental habe der Wert gegenüber seinen Konkurrenten wie KPN oder France Telecom ein klares Aufwärtspotenzial.
Ist die T-Aktie tatsächlich in der Lage, ihren Emissionspreis von umgerechnet 14,32 Euro nachhaltig zu übertreffen? Diese Frage werden allerdings viele Anleger als blanken Hohn quittieren, plagen sie doch ganz andere Größenordnungen. Wer bei Kursen um 100 Euro oder 66 Euro gekauft hat, und das sind ja bekanntlich Tausende, dem ist fast egal, ob die T-Aktie bei 14 oder 20 oder 25 Euro steht, die Verluste sind so oder so phänomenal.
Viel zu viele haben auf Ron Sommers smartes Geblubber vertraut, dass er selbst sich bei einem Kurs von 70 Euro erst so richtig wohl fühle. Nun wissen wir ja durchaus, dass des Schicksals Fügung in Sachen Sommer ordentlich zugeschlagen hat, wenn auch mit einem goldenen Handschlag, zulasten der Aktionäre, wie sich von selbst versteht.
Genug nachgekartet. Ganz klar, die Deutsche Telekom hat mit ihrem neuen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke einen sehr guten Griff getan, der Schuldenabbau wird drastisch vorangetrieben, der Bonner Konzern verdient auch ordentlich Geld mittlerweile. Dennoch: Persönlich halte ich ein Kursniveau um die 30 Euro für die Oberkante des Erreichbaren, Zeithorizont zwei Jahre. Ob das Grund zum Jubel ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
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