ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2003Wer an der Ahr war: Dr. med. Helmut Pfleger

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Wer an der Ahr war: Dr. med. Helmut Pfleger

Dtsch Arztebl 2003; 100(4): [96]

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Das nächste Deutsche Ärzteturnier findet vom 14. bis zum 16. März 2003 am selben Ort wie das letzte statt: in Bad Neuenahr. Das ist vermutlich gut so, denn dort befindet sich das größte Rotweingebiet Deutschlands – und Rotwein ist gesundheitsfördernd, wie ich einer Broschüre dort entnehmen konnte. Im Übrigen schallt einem stolz der Spruch der Region um die Ohren:
„Wer an der Ahr war und weiß, dass er da war, der nicht an der Ahr war!“
Wichtig scheint es also auch, den gesundheitsfördernden Rotwein nicht unterzudosieren.
Zwar drohen keine Dopingkontrollen (wie mittlerweile bei offiziellen Turnieren des Weltschachbunds – Schach ist Sport!), dennoch ist es beruhigend zu wissen, dass Rotwein und überhaupt Alkohol nicht zu den Dopingmitteln zählt. Im Gegensatz zu Koffein. Allerdings ist mir bei den bisherigen zehn Ärzteturnieren nie zu Ohren gekommen, dass einer der Teilnehmer aufgrund übermäßiger Zufuhr des oben genannten Nichtdopingmittels nicht zur Partie erschien, sondern stattdessen schlafend auf einer Bank im Kurpark gefunden wurde und nur mithilfe größerer Mengen von sehr wohl dopingrelevantem Kaffee in einen spielfähigen Zustand gebracht werden konnte. Wie einst der amerikanische Meister Mason, dem danach eine Glanzpartie gegen Janowski gelang. An dieser Stelle (Deutsches Ärzteblatt!) trotzdem nicht zur Nachahmung empfohlen.
Stattdessen ein kleiner Exkurs zur Psychoanalyse. Deren Urvater Sigmund Freud spricht in „Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse“ (1913) vom „edlen Schachspiel“. Weniger edel klingt das Diktum eines seiner Epigonen, des argentinischen Psychoanalytikers Dr. Felix Ibanez: „Den feindlichen König matt zu setzen ist gleichbedeutend damit, ihn zu kastrieren und zu verschlingen, um so als Antwort auf die Überbleibsel des infantilen Ödipuskomplexes in einem Ritual symbolischer Homosexualität und kannibalischer Kommunion eins mit ihm zu werden.“
Möglicherweise unter Rotweingenuss entstanden.
Folgende „petite combinaison“ des letztjährigen Zweiten, Dr. Reinhold Schnelzer, höchstwahrscheinlich ohne. Sehen Sie, wie er in einer Spitzenpaarung als Schwarzer mit einem kräftigen (Opfer-)Schlag gegen Dr. Norbert Kockel den Siegespfad beschritt?

Lösung:

Unter Qualitätsopfer schlug der schwarze Turm e8 beim weißen König ein: 1. . . . Txe2! Wegen des drohenden Damenmatts auf f2 musste der weiße König mit 2. Kxe2 zubeißen, konnte sich der weiße Turm d5 nicht seinerseits am Springer d7 schadlos halten. Doch nun eroberte 2. . . . De4+ diesen hängenden Turm d5, weshalb Weiß aufgab.
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