ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003zu Wandelanleihen: Wer lange wandelt, liegt manchmal gut

VARIA: Schlusspunkt

zu Wandelanleihen: Wer lange wandelt, liegt manchmal gut

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): [92]

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LNSLNS Gehören Sie auch zur Spezies der schlauen Anleger, die bei der Allianz-Aktie zugegriffen haben, als der Kurs wunderbar günstig bei 160 Euro notierte? Oder waren Sie etwa der, welcher eine DaimlerChyrsler bei 52 Euro unerhört preiswert einstufte und den Autowert flugs ins Depot reinkaufte, vielleicht noch eine Bayer dazugenommen, billiger als 35 Euro wird die sowieso nie mehr wieder?
Wer diese aufregende Weitsicht vor etwa einem halben Jahr in die Tat umsetzte, bemerkt nun, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. So plausibel die Anlageentscheidung auch klang, die Börse scherte sich darum wenig, sondern halbierte diese Werte bis heute glattweg noch mal, obwohl es sich hier durchaus um die erste Garde deutscher Unternehmen handelt, oder möglicherweise gerade deswegen.
Die Finger verbrenne ich mir nun aber nicht mehr,
weg mit Schaden, nie mehr Aktien, wird sich so mancher frustrierte Börsianer sagen und in andere Anlageformen flüchten, wobei dem Regen aber oft genug die Traufe folgt, weil derzeit immer mehr windige Anlagevermittler den Börsenfrust nutzen, Leute in dubiose Beteiligungsmodelle zu hetzen, unter Vorspiegelung größtmöglicher Sicherheit. „Keine Kursverluste, kein Börsenhandel, wieder ruhig schlafen, endlich Substanz“ sind nur einige Schlagworte, denen nur mit größtem Misstrauen zu begegnen ist.
Allerdings, wer jetzt im Moment keine Aktien kaufen will und durchaus gewillt ist, nicht auf seltsame Anlagevermittler hereinzufallen, hat echt Probleme, vernünftige Alternativen zu finden, wenn er es nicht bei Geldmarktfonds belassen will, was ich aber im Übrigen derzeit gar nicht so schlecht finde, bis sich die Situation beruhigt. Auf dem Geld wie eine Glucke sitzen zu bleiben, wenn Gefahr im Verzug ist, kann so falsch nicht sein.
Ich weiß auch nicht, ob und wie tief die Kurse weiter sinken können. Aber auf Sicht von 24 Monaten wird sich noch so mancher über vertane Einstiegschancen ärgern, wenn ich auch zugebe, dass derzeit ein gehöriger Mut zum (weiteren) Aktienkauf vonnnöten ist.
Wer indes auf Nummer sicher gehen will, kann sich mit Wandelanleihen (Convertibles) für den sicheren Weg entscheiden. Hier hat der Anleger einerseits die Sicherheit einer Anleihe, anderseits das Recht, später das Wandlungsrecht in Aktien auszuüben, aber nur dann, wenn er will (wenn es sich lohnt).
Vorsicht aber, denn Wandelanleihe ist nicht gleich Wandelanleihe. Ich persönlich würde etwa EM.TV oder Olivetti scheuen wie den Beelzebub, aber beispielsweise den Convertible der Lufthansa (WKN 795560) oder von SGL Carbon (WKN 723531) als durchaus attraktiv einstufen. Wandelanleihen können einem Depot also einen Kick geben, wenn nicht, bleibt das wenigstens folgenlos.
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