ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1996Sammlung Speck: Humanistisch orientiert

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Sammlung Speck: Humanistisch orientiert

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LNSLNS Die Ausstellung "Sammlung Speck" ist bis zum 17. November im Museum Ludwig, Köln, zu sehen. Die Wurzeln der Sammlung Speck liegen im bibliophilen Bereich. So darf nach Angaben des Museums die Bibliothek des humanistisch orientierten Kölner Arztes als die umfangreichste Privatbibliothek zu den Werken von Marcel Proust und Petrarca gelten. Außerdem beherbergt sie große Konvolute ausgewählter Künstlerbücher, von denen ein Teil in der Ausstellung präsentiert wird.
Zum Kunstsammler wurde Speck mit dem Erwerb von Werken Joseph Beuys’. Bereits im Jahr 1975 griff der Kasseler Kunstverein ausschließlich auf die Sammlung Speck zurück, um eine Ausstellung von BeuysMultiples zu beschicken. Die Bibliothek des Sammlers zum Thema Joseph Beuys ist zu dieser Zeit eine der wenigen Informationsquellen über den Künstler, an dessen Werk die Museen damals kaum Interesse zeigten. Reiner Speck erkannte diese Informationsdefizite und setzte sich publizistisch mit seinerzeit so entlegenen Aspekten Beuysscher Kunst wie dessen Verhältnis zur Literatur und Musik auseinander. Es ist diese intensive Auseinandersetzung und die daraus resultierende persönliche Beziehung des Sammlers zu den einzelnen erworbenen Werken, die der Sammlung bei aller Divergenz einen ungeheuer starken inneren Zusammenhalt geben. Neben Beuys werden nach und nach maßgebliche Wegbereiter der Kunst der letzten Jahrzehnte in die Sammlung aufgenommen. Es bilden sich verschiedene Schwerpunkte heraus, von der Arte Povera über Minimalismus und Concept Art bis zur Gegenwart. In den 80er Jahren erweiterte Reiner Speck seine Sammlung mit zahlreichen Arbeiten jüngerer Künstler, die die aktuelle Szene prägen, wie zum Beispiel Günther Förg, Georg Herold, Hubert Kiecol, Martin Kippenberger oder Rosemarie Trockel.
Die Ausstellungsarchitektur, die von Oswald M. Ungers entworfen wurde, integriert in das Museum eine klar gegliederte und ruhige Raumsituation, durch die eine intensive Begegnung mit der "Sammlung Speck" ermöglicht wird. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (Oktagon Verlag, 58 DM). WZ
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