ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003Prävention: Mehr Transparenz bei Verhalten und Kosten

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Prävention: Mehr Transparenz bei Verhalten und Kosten

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): A-252 / B-230 / C-219

Blumberg, Klaus

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LNSLNS In einer kurzen Meldung wird mitgeteilt, dass sich Innungskrankenkassen und MDS für eine verbesserte Nutzen-Risiko-Bewertung flächendeckender Screening-Programme zur Früherkennung schwerer Krankheiten ausgesprochen haben. Es müsse geklärt werden, ob die frühzeitige Entdeckung eines Tumors das Leben des Patienten tatsächlich verlängere. Da Früherkennungsprogramme in der Öffentlichkeit positiv besetzt seien, verstärke dies den Druck auf die Kassen, bei der Einführung von Screening-Programmen großzügig zu sein. „Vorbeugen ist besser als Heilen“ klänge so plausibel, dass oftmals Warnungen vor möglichen Risiken in der Öffentlichkeit nicht gehört würden.
Anzumerken ist, dass ein Vorbeugen bestimmter Krebserkrankungen, z. B. durch Weglassen des bewiesenen Risikofaktors Rauchen, die Erkrankung verhindert und damit sehr sinnvoll ist, die Früherkennung und Behandlung der Erkrankung aber nicht zwangsläufig zu längerer Lebenszeit und besserer Lebensqualität führt. Deshalb Fazit bei endlichen Ressourcen für die Gesundheitsversorgung: keine allgemeine Einführung einer Untersuchung und Behandlung ohne biometrisch bewiesene Fakten. Wie viele Untersuchungen und Behandlungen verhindern ein Ereignis des Todes durch diese Erkrankung? Wie viele Behandlungen rufen ein Ereignis mit schädlicher Nebenwirkung hervor? Welche Kosten entstehen? Erst wenn Tatsachen und Kosten für die Öffentlichkeit transparent sind, kann der Diskurs gelingen, an dessen Ende eine allgemein anerkannte Prioritätensetzung im Gesundheitswesen steht.
Dr. Klaus Blumberg,
Zum Altmühlspitz 5, 93309 Kelh
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