ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003Risikofaktoren für einen erneuten Schlaganfall bei Kindern

MEDIZIN: Referiert

Risikofaktoren für einen erneuten Schlaganfall bei Kindern

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): A-262 / B-236 / C-225

Marx, Catrin

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LNSLNS Erhöhtes Lipoprotein a, familiär bedingter Protein-C-Mangel und Schlaganfälle vaskulären Ursprungs sind Risikofaktoren für einen erneuten arteriellen ischämischen Insult während der Kindheit. In einer 5-Jahres-Follow-up-Studie untersuchten die Autoren 176 Jungen und 134 Mädchen zwischen 6 Monaten und 18 Jahren aus unterschiedlichen Regionen in Deutschland, deren erster arterieller ischämischer Insult durch CT, MRI,
Magnetresonanzangiographie und konventionelle Angiographie bestätigt wurde. Das Ende der Studie wurde definiert durch einen erneuten ischämischen Insult, der durch MRI, MR-Angiographie oder konventionelle Angiographie nachgewiesen wurde. Routinemäßig wurden alle Patienten 4 bis 6 Wochen, 3 bis 6 Monate und 12 Monate, dann jährlich nach dem ersten Insult bildgebend untersucht. 156 Patienten erhielten nach dem ersten Insult keine antithrombotische Therapie, die anderen wurden mit Vitamin-K-Antagonisten, Thrombozytenaggregationshemmer oder niedrig dosiertem Heparin behandelt. Untersucht wurden mit standardisierten Labortechniken bei allen Patienten die Mutationen in den Genen, die für Faktor V G 1691 A und Faktor II G20210A kodieren, sowie für den Widerstand des aktivierten Protein C. Ebenso gemessen wurden die Konzentrationen von Lipoprotein a, Protein C, Protein S, Antithrombin und Antiphospholid-Antikörpern. Die Auswertungen ergaben, dass erhöhtes Lipoprotein a und Protein-C-Typ-I-Mangel unabhängige Risikofaktoren für einen erneuten ischämischen Insult waren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der erneute ischämische Insult im Kindesalter zwar selten vorkommt aber ein ernstzunehmendes Ereignis ist, da des schnell nach dem ersten Insult eintritt und eine hohe Mortalität aufweist. Deshalb, so die Autoren, ist die Identifikation von Kindern mit gesteigertem Risiko aufgrund von erhöhtem Lipoprotein a, und Protein-C-Mangel eine präventive Notwendigkeit. et

Sträter R, Becker S, von Eckardstein A: Prospective assessment of risk factors for recurrent stroke during childhood – a 5-year follow-up study. Lancet 2002; 360:1540–45.

Prof. Ulrike Nowak-Göttl, Abteilung für pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 48149 Münster.

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