ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003Behandlung von Uterusmyomen durch perkutane Transkatheterembolisation: Behandlungsspektrum erweitert

MEDIZIN: Diskussion

Behandlung von Uterusmyomen durch perkutane Transkatheterembolisation: Behandlungsspektrum erweitert

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): A-275 / B-247 / C-237

Strecker, Ernst Peter; Rossmanith, Winfried

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LNSLNS An unserer Klinik haben wir seit 1998 Erfahrung mit der perkutanen Transkatheterembolisation der Aa. uterinae zur Behandlung von Uterusmyomen und behandeln wöchentlich etwa zwei Patientinnen. Unter Einbezug der eigenen Erfahrungen möchten wir den Beitrag über Katheterembolisation von Myomen ergänzen.
Im Falle eines klinisch, sonographisch oder kernspintomographisch malignomsuspekten Myomes muss selbstverständlich eine histologische Abklärung vor einer geplanten Myomembolisation erfolgen. Es muss berücksichtigt werden, dass bei einer Vielzahl von Frauen asymptomatische Myome vorliegen, die auch keiner histologischen Klärung zugeführt und ausschließlich beobachtet werden.
Die Schmerzen nach einer Myomembolisation sind durchaus vergleichbar mit dem postoperativen Schmerz nach Hysterektomie. In der Schmerzverarbeitung besteht hier zudem eine große individuelle Varianz. Es ist unserer Meinung nach kein Problem, eine gut verträgliche und suffiziente postinterventionelle Analgesie durchzuführen. An dieser Stelle möchten wir auch darauf hinweisen, dass das Ausmaß der postinterventionellen Schmerzen nicht mit dem Behandlungserfolg korreliert.
Nach unseren Erfahrungen korreliert die Myomgröße nicht mit den Beschwerden der Patientin, die zur Behandlungsindikation führen. Die angesprochene Größenreduktion eines Myoms um 50 Prozent nach einer Embolisation führt dennoch in den meisten Fällen zur Beschwerdefreiheit oder einer deutlichen Beschwerdebesserung. Es soll auch nochmals erwähnt werden, dass in einigen Fällen eine vollständige Rückbildung der Myome beobachtet werden kann.
Nach den Erfahrungen aus der Tumorembolisation an anderen Organen aber auch an den Beckenorganen öffnen sich embolisierte Arterien bereits nach wenigen Tagen wieder. Die bisher berichteten Schwangerschaften nach einer Myomembolisation verliefen komplikationslos (1). Eine prämature Menopause nach Embolisation wird von denselben Autoren in einem Prozent beobachtet und ist damit den Ergebnissen nach Myomektomie vergleichbar.
Unserer Meinung nach ist für die Embolisation von Myomen immer ein erfahrenes Team aus Gynäkologen und interventionellen Radiologen zu fordern, die mit Indikationsstellung, Vordiagnostik und Schmerztherapie sowie selektiver angiographischer Diagnostik und Embolisationsverfahren vertraut sind. Nicht zu vergessen ist hier auch die erforderliche enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen. In unserer Klinik haben wir mit der Embolisationsbehandlung von Myomen unter den Bedingungen einer sehr guten interdisziplinären Zusammenarbeit bislang nur positive Erfahrungen gemacht und betrachten das Verfahren – bei korrekter Indikationsstellung – als Erweiterung des Behandlungsspektrums von Myomen.

Literatur
1. McLucas B et al. Pregnancy following uterine fibroid embolization. Int J Gyn Obstr 2001; 74: 1–7

Prof. Dr. med. Ernst Peter Strecker
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Winfried Rossmanith
Frauenklinik
Diakonissenkrankenhaus
Karlsruhe-Rüppurr
Postfach 51 01 40
97161 Karlsruhe

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