ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003Behandlung von Uterusmyomen durch perkutane Transkatheterembolisation: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Behandlung von Uterusmyomen durch perkutane Transkatheterembolisation: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): A-275 / B-247 / C-237

Günther, Rolf

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LNSLNS Die beiden Leserzuschriften weisen nochmals auf die Bedeutung der Myomembolisation und zum Teil auf eigene Erfahrungen hin im Sinne unserer Publikation.
Zu den beiden Detailfragen von Herrn Dr. Rott bezüglich der Indikation bei hypovaskularisierten beziehungsweise degenerativ veränderten Myomen und der Auswahl des Embolisats ist zu bemerken: Durch eine vor der Embolisation durchgeführte MRT des Uterus lässt sich einfach feststellen, ob die Myome gut durchblutet sind. Auch angiographisch ist die Vaskularisation abzuschätzen. Ist die üblicherweise vorhandene Hypervaskularisation der Myome erhalten, führen wir die Embolisation durch, fehlt sie, ist die Embolisation nicht indiziert.
Von den bekannten Embolisationsmaterialien (Gelatineschwamm, Invalonpartikel, Embosphären) bevorzugen wir Embosphären, weil sie sich praktischer handhaben lassen. Sie haben allerdings den Nachteil höherer Kosten. Entsprechend einer kürzlich erschienenen Arbeit von Pelage et al. (2) gibt es bestimmte Vorteile für dieses Embolisat. Über gute Erfahrung mit Gelatineschwammpartikeln als alleiniges Embolisationsmaterial berichteten vor kurzem Katsumori et al. (1). Alle benutzten Embolisate haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht röntgenschattengebend sind. Bei gleicher Sicherheit, Handhabbarkeit und vergleichbaren klinischen Ergebnissen spricht nichts gegen die Verwendung des preisgünstigeren Embolisats. Eine vergleichende Untersuchung und Bewertung der drei genannten Embolisate zur Myomembolisation gibt es bisher in der Literatur nicht.

Literatur
1. Katsumori T, Nakajima K, Mihara T, Tokuhiro M: Uterine artery embolization using gelatin sponge particles alone for symptomatik uterine fibroid. Midterm results. Am J Roentgenol 2002; 178: 135–139.
2. Pelage J-P; Laurent A, Wassef M et al.: Uterine artery embolization in sheep: Comparison of acute effects with polyvinyl alcohol particles and calibrated micropheres. Radiology 2002; 224: 436–445.

Prof. Dr. med. Rolf Günther
Klinik für Radiologische Diagnostik
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen

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