ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2003Private Kran­ken­ver­siche­rung: Höherer Zuschuss

Versicherungen

Private Kran­ken­ver­siche­rung: Höherer Zuschuss

Dtsch Arztebl 2003; 100(5): [91]

Büser, Wolfgang

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Den meisten privat krankenversicherten Arbeitnehmern steht seit Januar dieses Jahres ein höherer Zuschuss ihres Arbeitgebers zum Kran­ken­ver­siche­rungsbeitrag zu. Der Zuschuss ist allerdings zweifach begrenzt: einerseits auf die Hälfte des Betrages, der sich aus dem Arbeitsentgelt (als ob sie krankenversicherungspflichtig wären) und dem durchschnittlichen Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen ergibt, andererseits auf die Hälfte des vom Arbeitnehmer an seine Privatversicherung tatsächlich überwiesenen Beitrags.
Für privat Krankenversicherte, die im Jahr 2002 genau die Hälfte ihres Beitrags vom Arbeitgeber zugelegt bekommen haben, ändert sich nichts, wenn ihr Beitrag zur privaten Kran­ken­ver­siche­rung unverändert geblieben ist. Betrug der Anteil des Arbeitnehmers aber mehr als 50 Prozent, steuerte der Arbeitgeber also weniger als die Hälfte bei, so steht seinen Mitarbeitern seit Januar ein höherer Zuschuss zu, wenn das Gehalt höher ist als die Beitragsbemessungsgrenze 2002 (3 375 Euro). Seit Januar gilt nämlich die neue Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 3 450 Euro. Dies gilt unabhängig von der Tatsache, dass zum 1. Januar die Versicherungspflichtgrenze auf 3 825 Euro angehoben wurde.
Maßgebend ist ferner der durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen. Dafür ist der 1. Januar des Vorjahres Stichtag, also der 1. Januar 2002. Damals betrug der Beitragssatz im Bundesdurchschnitt 14,0 Prozent. Daraus resultiert ein durchschnittlicher Höchstbeitrag in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung von 483 Euro.
Für einen privat Krankenversicherten gibt es vom Arbeitgeber somit als Zuschuss höchstens 241,50 Euro. Das aber nur, wenn sein Kran­ken­ver­siche­rungsbeitrag mindestens 483 Euro ausmacht und er mindestens 3 450 Euro im Monat verdient. Das gilt unabhängig davon, dass sich der durchschnittliche Beitragssatz der Krankenkassen in der Zeit nach Januar 2002 auf rund 14,4 Prozent erhöht hat. Der Höchstbeitrag steigt somit um rund 27 Euro monatlich. Um jeweils die Hälfte des gestiegenen Beitrags erhöht sich der Arbeitgeberzuschuss.
Privat krankenversicherte Arbeitnehmer sollten ihrer Personalabteilung jeweils aktuell die Bescheinigung ihrer privaten Kran­ken­ver­siche­rung vorlegen, aus der die Höhe ihrer Prämie hervorgeht. Es könnte sonst ein höherer Zuschuss von der Firma verloren gehen, oder es müssen dem Arbeitgeber überzahlte Beiträge später erstattet werden.
Auch zur Pflegeversicherung gibt es einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Er beträgt im Jahr 2003 monatlich höchstens 29,33 Euro (in Sachsen: 12,08 Euro). Wolfgang Büser
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema