ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Private Kran­ken­ver­siche­rung: Zulauf ungebremst

Versicherungen

Private Kran­ken­ver­siche­rung: Zulauf ungebremst

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): [70]

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Bestand an Versicherten in der Krankheitskostenversicherung (Vollversicherung) in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung erhöhte sich im ersten Halbjahr 2002 netto um 107 500 auf mehr als 7,6 Millionen Personen. Damit liegt der Zugang im Trend des Vorjahres und somit höher als noch vor drei Jahren, als ein nur minimaler Zugang im Gesamtjahr festzustellen war.
Trend zum Standardtarif
Die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) nahm im ersten Halbjahr 2002 Prämien in Höhe von 11,45 Milliarden Euro ein. Hiervon entfielen 7,9 Milliarden Euro (68,6 Prozent) auf die Krankheitskostenversicherung und fast eine Milliarde Euro (8,6 Prozent) auf die private Pflegepflichtversicherung. Für das gesamte Rechnungsjahr 2002 rechnet die Branche mit Prämieneinnahmen in Höhe von 22,9 Milliarden Euro – davon 20,9 Milliarden Euro allein in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung und weitere zwei Milliarden Euro in der Pflegepflichtversicherung.
Bis Mitte des Jahres 2002 (30. Juni) wurden an die PKV-Versicherten fast 7,5 Milliarden Euro reine Versicherungsleistungen erstattet. Die Leistungen in der privaten Pflegeversicherung lagen bei 0,2 Milliarden Euro. Der Verband rechnet damit, dass die Versicherungsleistungen ein Volumen von 15,4 Milliarden Euro erreicht haben; davon entfallen 14,9 Milliarden Euro auf die private Kran­ken­ver­siche­rung und 0,5 Milliarden Euro auf die private Pflegepflichtversicherung.
Per ultimo 2001 hatte die Branche 7,7 Millionen Personen in der Krankheitskostenversicherung registriert. Unter Berücksichtigung von Abgängen wegen Todes oder Eintritts der Versicherungspflicht hat die PKV einen Bestandszuwachs von 216 400 (Vorjahr: 166 000) Personen zu verzeichnen (plus 2,89 Prozent). Einen Standardtarif hatten am 31. Dezember 2001 6 507 Personen gebucht; mithin hat sich der Bestand im Rechnungsjahr 2001 mehr als verdoppelt. Grund: Einführung des beihilfekonformen Standardtarifs sowie der vom 1. Juli bis 31. Dezember 2000 durchgeführten Öffnungsaktion für bisher nicht privat versicherte Beihilfeberechtigte.
Höhere Leistungsausgaben
Im Jahr 2001 stiegen die Prämieneinnahmen um 4,9 Prozent auf 21,72 Milliarden Euro. Die Leistungsausgaben in der privaten Kran­ken­ver­siche­rung betrugen 13,9 Milliarden Euro (plus 6 Prozent). Je Versicherten – also bestandsbereinigt – erhöhten sie sich um 4,4 Prozent, damit deutlich stärker als im Vorjahr mit 2,9 Prozent. Mit 8,7 Prozent sind erneut die Leistungsausgaben für Arznei- und Verbandmittel am stärksten gestiegen. Auch die Ausgaben für die ambulante privatärztliche Behandlung sowie die privatärztliche Zahnbehandlung und den Zahnersatz stiegen je Versicherten mit 6,2 Prozent beziehungsweise 6,9 Prozent überdurchschnittlich.
Als positive Entwicklung bezeichnet der PKV-Verband die Entwicklung im Krankenhaussektor. Die Leistungsausgaben erhöhten sich hier lediglich um 0,03 Prozent, nachdem bereits im Vorjahr eine Ausgabensteigerung um 1,2 Prozent zu registrieren war. Bei den allgemeinen Krankenhausleistungen sowie der Wahlleistung Chefarztbehandlung wurde mit einem Plus von 0,6 beziehungsweise 0,4 Prozent verbucht. HC
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema