ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Börsebius zu Immobilienfonds: Vorsicht, Falle!

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zu Immobilienfonds: Vorsicht, Falle!

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): [72]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Was gehen mich diese verrückten Spekulanten an, ich investiere seit Jahr und Tag mein Geld in Immobilienfonds, damit hatte ich noch nie Probleme, Sicherheit und Rendite sind hier voll in Ordnung.“
Mag durchaus sein, dass dieser Satz auch von Ihnen stammen könnte, als einer unter vielen Sparern, die in der Vergangenheit mit offenen Immobilienfonds durchweg nur gute Erfahrungen gemacht haben. Das ist schließlich auch kein Wunder, denn bei dieser Anlageform hat es seit ihrem Bestehen noch nie eine negative Performance gegeben.
Vorsicht, Falle, Variante eins. Immobilienfonds (offen) ist noch lange nicht gleich Immobilienfonds (geschlossen). Während offene Immobilienfonds, auf die ich im Folgenden aber noch näher eingehen werde, als sehr risikoarm eingestuft werden, sind geschlossene Immobilienfonds eine ganz und gar problematische Investitionsform.
Denn hier geht der Anleger eine unternehmerische Beteiligung ein, mit allen Chancen und Risiken bis hin zum Totalausfall, und er kommt in aller Regel auch bis zum Ende der (langen) Laufzeit nicht aus der Nummer raus, selbst wenn er es wollte. Ich wage die Äußerung, dass mindestens 80 Prozent dieser Anlageform Schrott sind.
Zurück zu den „besseren“ offenen Immobilienfonds, die ja auch den Charme haben, dass sie börsentäglich zum jeweiligen Anteilspreis zu Kasse gemacht werden können. Obwohl es nicht einfach ist, gegen den Strich zu bürsten, gerade bei einer seit Jahrzehnten beliebten Kapitalanlage (unter anderem Haus
invest, grundbesitz-Invest, DIFA-Fonds, iii-Fonds, Grund-
wert-Fonds), möchte ich heute doch auf einige wichtige, wie ich aber finde, unüber-
sehbare Alarmzeichen hinweisen. Also Vorsicht, Falle,
Variante zwei.
Normalerweise ist es ja ein gutes Zeichen wenn jemand im Geld schwimmt. Hier nicht. Den offenen Immobilienfonds flossen letztes Jahr mehr als 15 Milliarden Euro zu. Das hat zur Folge, dass die Immobilienfonds, die davor auch schon ziemlich üppig liquide waren, die Bauwirtschaft tendenziell eher noch stimulieren. Dem stehen aber immer weniger potente Mieter gegenüber, die Konjunkturschwäche tut ihr Übriges.
Folge: Die Leerstandsquoten steigen, die nicht „verbauten“ Gelder verzinsen sich immer schäbiger, somit müssen sich die Fondsgesellschaften verstärkt dem Ausland zuwenden, wo dann aber wiederum die Risiken zunehmen. Es kann demnach durchaus sein, dass die ehemals als „bombensicher“ geltenden (offenen) Immobilienfonds zukünftig mehr Probleme haben werden, als ihnen und dem Anleger lieb sein kann. Eine Depotbereinigung kann also durchaus nicht verkehrt sein. Sicher ist sicher.
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