VARIA: Post scriptum

Immer vorsichtig sein

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): [72]

Goddemeier, Christof

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Jedes Jahr hat seine Höhepunkte. Im April 1997 fiel beispielsweise im Ochotskischen Meer nahe der Insel Sachalin ein Rindvieh vom Himmel und versenkte ein japanisches Fischerboot. Wie sich herausstellte, hatten russische Soldaten eine Kuhherde gestohlen und wollten sie mit einem Transportflugzeug wegschaffen. Als die Kühe im Bauch der Maschine unruhig wurden und das Flugzeug abzustürzen drohte, wussten die Diebe sich nicht anders zu helfen und trieben die Tiere durch die Heckklappe hinaus.
Ende 2002 regnete es in Nordgriechenland nach einem Sturm Sardinen. „Wir trauten unseren Augen nicht. Auf den Feldern lagen überall Fische herum“, sagte ein Einwohner des Dorfes Korona, das immerhin fünfzehn Kilometer vom Meer entfernt liegt. „Wohlan, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen“, sprach Jahwe zu Mose im Buch Exodus des Alten Testaments. Nach der Flucht aus Ägypten sind die Israeliten in die Wüste Sinai gelangt. Sie leiden Hunger und beschweren sich bei ihren Führern Mose und Aaron, dass sie nichts zu essen haben. Noch am selben Abend regnet es Wachteln und über Nacht „etwas Feines, Körnerartiges, fein wie Reif auf der Erde“. Die Israeliten nennen es Manna. Es ist weiß wie Koriandersamen und schmeckt wie Honigkuchen.
Keineswegs also droht immer Unbill, wenn Essbares vom Himmel auf die Erde fällt; es hängt, wie immer, davon ab. Im Zweifelsfall auf der sicheren Seite ist man jedenfalls mit dem Schriftsteller Arno Schmidt, der in einer seiner Darmstädter Kurzgeschichten notierte: „Zog auch automatisch die Vorhänge vor; inmitten von Möbelblöcken: immer vorsichtig sein!“
Dr. med. Christof Goddemeier
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