ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Herzchirurgie bei Patienten mit terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Herzchirurgie bei Patienten mit terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): A-344 / B-305 / C-293

Mehlhorn, Uwe

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LNSLNS Herr Kollege Gießer führt zu Recht aus, dass „der Einfluss des medizinischen Fortschrittes sich auf vielerlei Weise auswirken mag“. So ist es zutreffend, dass aktuellere Studien zur Prognose dialysepflichtiger Patienten, die bei bekannter Herzerkrankung nicht operiert wurden, leider nicht vorliegen. In Anbetracht fehlender Daten möchten die Autoren aber keine Spekulationen darüber anstellen, wie diese denn in aktuelleren Erhebungen aussehen könnten. Auf der Basis der vorliegenden Studien erscheinen uns jedoch die gezogenen Schlussfolgerungen als gerechtfertigt.
Die Notwendigkeit engmaschiger Echokardiographieuntersuchungen ergibt sich für diejenigen Dialysepatienten, bei denen bereits die Diagnose
eines (noch) nicht operationswürdigen Klappenvitiums gestellt wurde (zum Beispiel Mitralklappeninsuffizienz ersten bis zweiten Grades). Bei diesen Patienten scheint bei einer Progression des Vitiums, die Erfassung des optimalen, dass heißt nicht zu späten, Operationszeitpunktes von erheblicher Bedeutung für das Operationsrisiko zu sein.
Da kardiovaskuläre Erkrankungen und kardiale Komplikationen zu den Haupttodesursachen bei Dialysepatienten zählen, muss die unverzügliche Abklärung kardiovaskulärer Symptome integraler Bestandteil der Betreuung dieser Patienten sein. Ob eine frühzeitigere Operation das perioperative Risiko senken und die Langzeitergebnisse herzchirurgischer Patienten mit terminaler dialysepflichtiger Niereninsuffizienz verbessern kann, werden Untersuchungen zeigen müssen.

Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Uwe Mehlhorn
Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Klinikum der Universität zu Köln
Joseph-Stelzmann-Straße 9
50924 Köln

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