ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Ärzteverband: 82 Prozent gegen Irak-Krieg

AKTUELL

Ärzteverband: 82 Prozent gegen Irak-Krieg

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): A-292 / B-260 / C-252

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ärzte der IPPNW und andere Ärzteverbände demonstrierten vergangene Woche vor der amerikanischen Botschaft in Berlin. Foto: Daniel Rühmkorf
Ärzte der IPPNW und andere Ärzteverbände demonstrierten vergangene Woche vor der amerikanischen Botschaft in Berlin. Foto: Daniel Rühmkorf
IPPNW-Appell an die Bundesregierung
Die „Internationalen Ärzte für Frieden und soziale Verantwortung“ (IPPNW) haben die Bundesregierung aufgefordert, alle internationalen Einflussmöglichkeiten auszuschöpfen, um einen Irak-Krieg zu verhindern. Nach einer Forsa-Umfrage, die die IPPNW in Auftrag gegeben hatte, befürchten 86 Prozent der Deutschen, dass ein Irak-Krieg den Terrorismus eher noch verstärkt. 82 Prozent seien gegen einen Irak-Krieg, sagte Prof. Dr. med. Horst-Eberhard Richter, Ehrenmitglied im Vorstand der IPPNW in Berlin.
Richter kritisierte die mangelnde Medienberichterstattung über die Ansicht der Bevölkerung zu einem Krieg. „Die vorgeschobenen Kriegsgründe haben sich als haltlos erwiesen; das gilt sowohl für die erfundene Weltbedrohung durch den Irak als auch für dessen angebliche konspirative Verbindung mit dem Al-Qaida-Terrorismus“, sagte Prof. Dr. med. Ulrich Gottstein, ebenfalls Ehrenmitglied im Vorstand. Im Falle eines neuen Krieges gegen den Irak rechnet die Organisation mit Hunderttausenden Toten. Einen entsprechenden Bericht, „Kollateralschäden – die medizinischen und ökologischen Folgen eines neuen Golfkrieges“, stellte Dr. Judith Cook, Vorstandsmitglied der britischen IPPNW „Medact“, vor.
Außerdem sind nach Ansicht der Ärzteorganisation die nichtmilitärischen Sanktionen gegen den Irak unvereinbar mit der Genfer Konvention. Sie fordert deshalb deren Aufhebung.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema