ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1996Mitteilungen: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft Wie verträglich sind Echinacea-haltige Präparate?

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft Wie verträglich sind Echinacea-haltige Präparate?

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LNSLNS Zubereitungen aus Echinacea werden zur unterstützenden Behandlung rezidivierender Infekte der Atemwege und der ableitenden Harnwege, bei schlecht heilenden oberflächlichen Wunden sowie zur Steigerung der körpereigenen Abwehr, bei bakteriellen Hautinfektionen, Herpes simplex labialis und bei Leukopenien nach Strahlen- und Zytostatikaanwendung angeboten, wobei nur für einzelne dieser Indikationen positive Aufbereitungsmonographien der zuständigen Kommissionen vorliegen. Die Indikationen sind mehr durch Erfahrungsberichte als durch kontrollierte Studien belegt.
Seit 1990 liegen der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft zu unterschiedlichen Echinaceahaltigen Präparaten 97 Berichte über Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) vor, bei denen in mehr als der Hälfte der Fälle allergische Reaktionen bis hin zum Erythema multiforme sowie Beschwerden von seiten des Respirationstraktes (12 Prozent der Berichte) bis zum Asthma bronchiale sowohl nach parenteraler als auch nach oraler Gabe aufgetreten sind. Bei diesen Berichten wird in zwei Fällen der tödliche Ausgang mit der Echinacea-Behandlung in Zusammenhang gebracht. Diese Beobachtungen stehen im Widerspruch zu der Aussage der Monographien und von Fachinformationen der Hersteller, wonach Nebenwirkungen bei oraler Gabe nicht bekannt seien. Wie inzwischen bekannt wurde, nehmen die pharmazeutischen Unternehmer derzeit eigenverantwortlich Erweiterungen ihrer Produktinformationen hinsichtlich des Auftretens unerwünschter Wirkungen vor.
Angesichts der umstrittenen Wirksamkeit und der beschriebenen, wenn auch vermutlich seltenen schweren Unverträglichkeitsreaktionen muß auch bei diesen pflanzlichen Präparaten grundsätzlich eine kritische NutzenRisiko-Abwägung durch den Arzt und den Patienten erfolgen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die berichteten UAW nicht nur im Zusammenhang mit parenteraler, sondern auch nach einer Peros-Gabe gemeldet wurden.


Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Str. 233-237, 50931 Köln, Telefon 02 21/40 04-5 18, Fax 02 21/40 04-5 11

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