ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Arzt-Patienten-Beziehung: Hilfestellung zur Autonomie geben

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Arzt-Patienten-Beziehung: Hilfestellung zur Autonomie geben

Dtsch Arztebl 2003; 100(6): A-320 / B-284 / C-274

Benoit, Walter F.

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LNSLNS Beschrieben werden Ärzte, die sich durch eine qualitative Beeinträchtigung ihrer sozialen Interaktionen auszeichnen und unter Vernachlässigung des Patienten als leidendem Subjekt detaillierte Datensammlung durch technische Geräte anstellen. Daneben besteht bei ihnen ein geringer Gebrauch sozialer Signale, mangelhafte Integration sozialer, emotionaler und kommunikativer Verhaltensweisen sowie ein relativer Mangel an Kreativität und Fantasie im Denkprozess, was einher- geht mit spezifischem Interesse an unwichtigen Teilaspekten – der fragmentierte Patient – ihrer Objekte sowie Widerstand gegen Veränderungen von Handlungsroutinen. . .
Es ist höchste Zeit, sich wieder der Anfänge der Schulmedizin zu erinnern, etwa an Rudolf Virchow, für den der Bezug auf die psychosoziale Situation des Patienten der wesentliche Schritt von der reinen Nosologie hin zur Pathologie als Lehre vom leidenden Menschen war. Krankheiten sind Störmeldungen eines biologischen Systems, das an die Grenzen seiner Ressourcen geraten ist. Damit kann ärztliches Handeln aber nicht darin bestehen, neue Abhängigkeiten (Compliance) zu schaffen, sondern Hilfestellung zur Autonomie zu geben.
Dr. med. Walter F. Benoit, Im Ebbe 5, 58849 Herscheid
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