ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2003Chefärzte: Um anderen Umgangston bemühen
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LNSLNS Mit sehr viel Aufmerksamkeit haben wir den Beitrag gelesen. Wir sind nämlich die angesprochenen „innovativen Chefarztkandidaten“. Als zukünftige Mitglieder des „Topmanagements eines Unternehmens“, in unserer tatsächlichen Bedeutung im Unternehmen Krankenhaus „deutlich aufgewertet“, freuen wir uns tatsächlich darauf, die damit verbundenen Verantwortlichkeiten loyal zu übernehmen und natürlich, entsprechend den Grundsätzen der freien Wirtschaft, auch für die Managementaufgaben angemessen entlohnt zu werden. Hinzu kommt ja noch, Wagener und Meister haben dies sicher nicht vergessen, die Vergütung für unser Kerngeschäft, die ärztliche Tätigkeit und natürlich die Berücksichtigung unserer wohl wichtigsten Aufgabe, der Ausbildung „qualifizierter Mitarbeiter (d. h. Fachärzte) im Krankenhaus“. Dass die Politik diesen Bereich ökonomisch offensichtlich vollkommen vergessen hat, kann Wagener und Meister dabei sicher nicht stören. Besonders gut gefällt uns übrigens dieser Satz:
„Bleiben die Interessengegensätze dennoch unüberbrückbar, ist es in der übrigen Wirtschaft üblich, dass der mit den grundsätzlichen Unternehmenszielen nicht einverstandene Manager das Unternehmen verlässt und sich einen anderen Wirkungsbereich sucht.“ Das stimmt vollkommen. Allerdings – der appellative Charakter derartiger Formulierungen an den Nachwuchs, nach Studium, Promotion und Facharztausbildung in weitere zehn Jahre akademische und fachliche Qualifikation zu investieren, um die in Nebensätzen aktueller Ausschreibungstexte angeführten Wunschlisten wenigstens formal zu erfüllen, wird unserer Meinung nach von Vereinsjuristen gemeinhin überschätzt. Der Wettbewerb um geeignete „Topmanager“ wird sich, auch dies sind kommende Realitäten und Herausforderungen, verschärfen. Wir sind schon ein wenig gespannt auf die Chefarzt-Ausschreibung der Zukunft: „Chefarzt gesucht, volle Approbation wäre schön.“ Oder wir bemühen uns vorher um einen anderen Umgangston, denn wir ziehen tatsächlich am gleichen Strang.
Priv.-Doz. Dr. Thomas Grundmann, Priv.-Doz. Dr. Michael Jaehne, Prof. Dr. Rudolf Leuwer, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg
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