ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2003Psychotherapie: Auch bei Kleinkindern zu erstatten

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Psychotherapie: Auch bei Kleinkindern zu erstatten

PP 2, Ausgabe Februar 2003, Seite 52

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LNSLNS Urteile des Sozialgerichts Stuttgart
Psychotherapeutische Leistungen bei Säuglingen und Kleinkindern sind zu erstatten. Das hat das Sozialgericht Stuttgart am 21. November 2002 in vier Urteilen entschieden (Az.: S 5 KA 343/01; S 5 KA 1232/02; S 5 KA 4109/00 und S 5 KA 1645/02), berichtet der Verband der Analytischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. auf seiner Homepage (www.vakjp. de). Geklagt haben zwei analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen gegen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nord-Württemberg. Diese hatte die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen für Kinder unter dem vierten Lebensjahr nicht anerkannt, und zwar für probatorische Sitzungen (EBM 870), für biografische Anamnese (EBM 860) und für kurzzeittherapeutische Behandlungen (EBM 871). Die KV hatte geltend gemacht, der Begriff „Kind“ im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) umfasse erst Kinder ab dem fünften Lebensjahr. Die Abrechnung der genannten Gebührennummern sei nicht möglich, weil es sich um gesprächstherapeutische Leistungen handele, die einer verbalen Kommunikationsfähigkeit des Patienten bedürften – diese liege bei Säuglingen und Kleinkindern entwicklungsbedingt nicht vor.
Das Sozialgericht Stuttgart hat diese Auffassung zurückgewiesen. Weder die Leistungslegenden der Gebührennummern noch die Psychotherapie-Richtlinien oder die Vereinbarung über die Anwendung von Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung enthielten eine Bestimmung der Altersgrenze. Der Begriff „Kind“ umfasse grundsätzlich die Zeitspanne von der Geburt des Kindes bis zum Alter von 14 Jahren. Das Gericht wies außerdem darauf hin, dass Kommunikation mit Säuglingen und Kleinkindern auch nonverbal möglich sei. Zudem könne der Psychotherapeut auch über die Bezugspersonen mit den kleinen Patienten kommunizieren.
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