ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2003Psychische Krankheiten: Deutlicher Anstieg

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Psychische Krankheiten: Deutlicher Anstieg

PP 2, Ausgabe Februar 2003, Seite 53

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LNSLNS Ursachen sind Stress und Angst vor Arbeitslosigkeit.
Psychische Erkrankungen haben in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Es habe einen „drastischen Anstieg“ psychisch bedingter Krankschreibungen gegeben, teilten die Betriebskrankenkassen (BKK) mit. Ihre Zahl habe sich seit 1990 nahezu verdoppelt. Derzeit gingen bereits sieben Prozent aller Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück. Diese seien damit auf den vierten Platz der Krankheitsursachen vorgerückt. Grund für den sprunghaften Anstieg sei unter anderem wachsender beruflicher Stress sowie Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Aber auch eine bessere Ausbildung der Allgemeinmediziner trage zu der Entwicklung bei: Sie erkennen psychische Ursachen von körperlichen Leiden inzwischen eher. Die BKK stützt sich bei ihren Aussagen auf eine Statistik, die sie auf Grundlage der Daten von sechs Millionen Versicherten erstellte. Ursache der meisten Krankschreibungen in Deutschland sind mit 27,1 Prozent laut BKK nach wie vor Muskel- und Skeletterkrankungen. Auf Platz zwei liegen Atemwegserkrankungen (17,5 Prozent), gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen (14,6 Prozent). Im vergangenen Jahr erreichte der Krankenstand in Deutschland mit durchschnittlich 14,5 Fehltagen je Versichertem einen Tiefststand. Grund dafür ist aber nicht nur die Sorge der Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz: Laut BKK verlagern sich die Branchenschwerpunkte innerhalb der Krankenkassen immer mehr weg von ehemals öffentlichen Sektoren wie Bahn, Post und Verwaltung mit vielen Krankentagen hin zu Dienstleistungssektoren mit branchentypisch eher niedrigen Krankenständen.
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