POLITIK

Nachgefragt

PP 2, Ausgabe Februar 2003, Seite 56

Rabbata, Samir

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Horst Schmidbauer (SPD): „Psychotherapeutische Leistungen gehören zu dem medizinisch Notwendigen und müssen Kernleistungen der GKV bleiben.“ Foto: Deutscher Bundestag
Horst Schmidbauer (SPD): „Psychotherapeutische Leistungen gehören zu dem medizinisch Notwendigen und müssen Kernleistungen der GKV bleiben.“ Foto: Deutscher Bundestag
DÄ: Wie können Unstimmigkeiten bei der Honorarverteilung zwischen Psychologischen Psychotherapeuten und Ärzten überwunden werden?
Schmidbauer: Die Gerechtigkeit bei der Bezahlung der Leistung hat uns immer am Herzen gelegen. Seit der Gesundheitsreform 2000 greift die von uns durchgesetzte Regelung des § 85 Abs. 4 Satz 4 SGB V. Dort heißt es wörtlich: „Im Verteilungsmaßstab sind Regelungen zur Vergütung der Leistungen der Psychotherapeuten und der ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Ärzte zu treffen, die eine angemessene Höhe der Vergütung je Zeiteinheit gewährleisten.“ An den bisherigen Umsetzungen dieser Gesetzesvorschrift durch den Bewertungsausschuss (zuletzt zum 1. Juli 2002) haben die Psychotherapeuten allerdings berechtigte Kritik geübt. Darin sind sie vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium mehrfach bestätigt worden, das rechtsaufsichtlich tätig geworden ist. Die Kritik gilt dabei vor allem dem äußerst komplizierten,
undurchschaubaren und für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Rechenverfahren, das der Bewertungsausschuss gewählt hat, um die Durchschnittsumsätze und Sollerträge psychotherapeutischer Praxen zu ermitteln. Zuletzt hat das Ministerium am 19. November 2002 in dieser Angelegenheit an den Bewertungsausschuss geschrieben und den 20. Dezember 2002 für eine Stellungnahme bestimmt.

DÄ: Wie stehen Sie zu Forderungen von Psychologischen Psychotherapeuten nach einem eigenen Budget?
Schmidbauer: Die nichtärztlichen Psychotherapeuten brauchen unsere Hilfe und haben unsere Unterstützung bei der Integration in die Strukturen der Selbstverwaltung. Integration bedeutet Eingliederung, nicht Unterordnung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung muss den von ihr selbst gewollten und geförderten Integrationsansatz aktiv unterstützen und mit Leben füllen.

DÄ: In den vergangenen Jahren wurde verstärkt Kritik an der Ausbildung zum Psychotherapeuten laut. Es heißt, die Ausbildung sei zu kostenintensiv und Praktika würden schlecht oder gar nicht bezahlt. Welche Möglichkeiten hat die Politik, um hier gegenzusteuern?
Schmidbauer: Aus- und Weiterbildung der Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind in mancher Hinsicht verbesserungsbedürftig. Die Änderungs- und Handlungsmöglichkeiten des Bundes sind auf diesem Gebiet allerdings sehr begrenzt. Die Regelung von Aus- und Weiterbildung fällt in die Kompetenz der Länder. Trotzdem müssen wir den Weg zu einer Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zur allgemeinen Psychotherapie vorbereiten, die der gegenwärtigen fachlichen Entwicklung zu einer Integration der psychotherapeutischen Verfahren Rechnung trägt. DÄ-Fragen: Samir Rabbata
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