ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2003Medizinische Originalarbeiten: Frauen deutlich unterrepräsentiert

THEMEN DER ZEIT

Medizinische Originalarbeiten: Frauen deutlich unterrepräsentiert

PP 2, Ausgabe Februar 2003, Seite 68

Gerst, Thomas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Zur Überprüfung des Frauenanteils an wissenschaftlichen medizinischen Publikationen hat Dr. Frank Warda vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln, 390 medizinische Originalarbeiten ausgewertet, die im Deutschen Ärzteblatt in den Jahren 1999 bis 2002 in 194 Ausgaben publiziert wurden. Berücksichtigt wurden die unter der Rubrik „Medizin“ beziehungsweise vor 2001 unter den Rubriken „Medizin aktuell“, „Medizin: Die Übersicht“ und „Medizin: Zur Fortbildung“ veröffentlichten Originalarbeiten. Der Vergleich mit anderen deutschsprachigen Zeitschriften scheitert daran, dass nur wenige nationale und internationale Zeitschriften den Vornamen ausschreiben.
Nur bei 29 Arbeiten wurde eine Erstautorin genannt; dies entspricht einem Anteil von 7,4 Prozent. Insgesamt zeichneten 1 239 Autoren und Autorinnen für die 390 Beiträge verantwortlich. Der Anteil der Frauen lag hier bei 12,1 Prozent (150 Autorinnen). Die vier Jahre im Vergleich ergeben keinen eindeutigen Trend im Sinne einer verstärkten Berücksichtigung von Frauen.
Zusätzlich wurden noch für das Jahr 2002 die medizinischen Diskussionsbeiträge in den ersten dreißig Ausgaben des Deutschen Ärzteblattes in die Untersuchung einbezogen. Von den 111 Diskussionsbeiträgen waren 16 (14,4 Prozent) von Frauen oder unter Beteiligung von Frauen verfasst worden.
Diese Ergebnisse sind für Warda ein eindeutiges Indiz dafür, dass Frauen nicht nur in leitenden Positionen in Klinik und Wissenschaft, sondern auch – verglichen mit ihrer mindestens 30-prozentigen Beteiligung an der medizinischen Forschung – bei Publikationen von medizinischen Originalarbeiten unterrepräsentiert sind. TG
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema