ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2003Soziale Phobie bei Kindern: Frühzeitige Therapie schützt vor Spätfolgen

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Soziale Phobie bei Kindern: Frühzeitige Therapie schützt vor Spätfolgen

PP 2, Ausgabe Februar 2003, Seite 82

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LNSLNS Eine unbehandelte Soziale Phobie verschwindet kaum von selbst und zieht häufig Depressionen oder Abhängigkeitserkrankungen nach sich. Obwohl sich die Störung in der Regel schon im frühen Jugendalter manifestiert und einen chronischen Verlauf aufweist, konzentriert sich die Forschung bis heute auf Erwachsene. Dabei könnte nach Ansicht der Autoren durch eine frühzeitige Behandlung späteren Folgeproblemen entgegengewirkt werden. Die Auto-
ren modifizierten ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Gruppentherapieprogramm für erwachsene Patienten und testeten es an 18 Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis fünfzehn Jahren. Die eine Hälfte der Betroffenen wurde behandelt, die andere gehörte einer Kontrollgruppe an. Außerdem wurden zehn gesunde Kinder getestet. Das Therapieprogramm umfasste 16 Sitzungen, in denen Psychoedukation, der Erwerb neuer Fertigkeiten, kognitive Umstrukturierung und Exposition im Vordergrund standen. Die Eltern wurden an strategisch wichtigen Punkten in den Therapieprozess einbezogen. Durch die Therapie verringerten sich die allgemeine und soziale Ängstlichkeit sowie die Depressivität der behandelten Kinder deutlich. Die Werte der behandelten Kinder entsprachen nach der Therapie denen der gesunden Kinder und blieben auch langfristig stabil. Der Zustand der unbehandelten Kinder
verbesserte sich hingegen nicht. Die Autoren werten ihre Ergebnisse – trotz mangelnder Repräsentativität – als
Hinweis auf die Wirksamkeit ihres ohne großen Aufwand durchzuführenden kurzzeitigen Therapieprogramms. ms

Joormann J, Unnewehr S: Eine kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Sozialer Phobie. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 2002; 31: 4: 284–290.

Dr. Jutta Joormann, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, 44780 Bochum, E-Mail: joormann@ kli.psy.ruhr-bochum.de
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