ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2003zur Commerzbank: Verschlimmbessert

VARIA: Schlusspunkt

zur Commerzbank: Verschlimmbessert

Dtsch Arztebl 2003; 100(7): [76]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Wenn es neben den unsäglichen Kabarettstückchen aus dem rot-grünen Regierungstheater noch eines Beweises bedurfte, wie dreckig es uns im Moment in Deutschland geht, musste man sich dieser Tage bloß
bei der Commerzbank umsehen. Die Nummer vier der Deutschen Privatbanken gab kund und zu wissen, sie habe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nachsteuerverlust von 298 Millionen Euro „erwirtschaftet“.
Das ist nicht bloß eine Zahl, sondern das erste Mal seit fünfzig Jahren, dass die Commerzbank dem staunenden Volk überhaupt einen Verlust präsentieren muss. Normalerweise schaffen es die Geldinstitute allemal, derartige Betriebsunfälle durch Beteiligungsverkäufe oder andere Bilanztricks (Window Dressing) unter dem Teppich zu halten.
Es ist also in der Tat durchaus bedenklich, wenn eine Branche mit dem eigentlich einfachen und durchschlagenden Geschäftsmodell „gib mir dein Geld, ich gebe dir wenig Zinsen, dafür leihe ich jemand anderem das
gleiche Geld für viel Zinsen“ nicht mehr über die Runden kommt. Darüber kann, wer will, Schadenfreude versprühen. Weitsichtig ist derlei Gehabe allerdings nicht. Nur dann, wenn es der Finanzbranche besser geht, kann die übrige Wirtschaft gesunden.
Zurück zur gelben Bank. Der Kurs der Commerzbank reagierte auf die Schreckensmeldung nur deswegen bloß leicht nach unten auf 6,50
Euro, weil die Börsennotiz ohnehin seit Monaten steil nach Süden tendiert. Vor knapp einem Jahr war der Titel noch fast 18 Euro wert. Ein beispielloser Niedergang. Dennoch. Kurz vor der Dämmerung ist die Nacht wohl am dunkelsten. Wer sich die vorgelegten Zahlen genauer anschaut, erkennt durchaus, dass die Commerzbank zaghafte Erholungschancen hat. Das zeigt sich besonders an der verbesserten Kapitalausstattung. So schlimm die Vergangenheit, so vielversprechend das zarte Pflänzchen der Gesundung. Der Aktienkurs singt diese hoffnungsfrohe Weise noch lange nicht.
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