ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2003Musicarium – piano und forte

VARIA: Post scriptum

Musicarium – piano und forte

Dtsch Arztebl 2003; 100(7): [76]

Juds, Bernd

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Für Militärmusik empfehle ich die Generalpause.

Pfeife auf die, die dir die Flötentöne beibringen wollen.

Die erste Geige spielen kann nur der, der auf andere hört.

Kriegstrommeln sind Lostrommeln.

Tonangebenden sollte nie der gute Ton fehlen.

Bei mitreißenden Liedern frage: Wohin?

Böse Kritiker-Zunge: Das Handy-Läuten im Zuschauerraum sei das einzige High-light der Aufführung gewesen.
Wo bleibt der Gefallenen-Chor aus der Operette „Der lustige Krieg“?

Der Dirigent hebt den Stab. Prompt setzen im Publikum drei Räusperer, eine Alleinunterhalterin im Mezzo-forte und fünf paukenstarke Huster ein.

Für manche Operninszenierungen sind neben den Stehplätzen auch Verstehplätze zu empfehlen.

Das Schöne an den Patzern des Dirigenten: die sind unhörbar.

Wagner und Beethoven? Viel zu laut – sprach er und ging in die Disco.

Herrschers Wunschkonzert: Eine kleine Machtmusik.
Bei Sirenenklängen ist die antike Bedeutung vorzuziehen.

Diktaturen: Das Ende vom Lied ist hier oft ein da capo.

Die Himmlischen Chöre unserer Politgötter sind die Wählerstimmen.

Wahlen: erst freiwillige Stimmabgabe, dann keine
Töne mehr haben.
Bernd Juds
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