ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2003Mitteilungen: „UAW-News“ – International

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: „UAW-News“ – International

Dtsch Arztebl 2003; 100(7): A-431 / B-375 / C-355

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LNSLNS Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft
„UAW-News“ – International
Blutungen unter Leflunomid (Arava®), kombiniert
mit oralen Antikoagulanzien

Die AkdÄ möchte Sie im Folgenden über Publikationen und Meldungen aus dem internationalen Raum informieren und hofft, Ihnen damit nützliche Hinweise auch für den Praxisalltag geben zu können.
Leflunomid ist ein antirheumatisches Basistherapeutikum mit neuartigem Wirkungsmechanismus. Wir hatten darüber in „Arzneiverordnung in der Praxis“ 3/2000 informiert. Seine Wirkungen sind vergleichbar mit denen von Methotrexat, Sulfasalazin und Ciclosporin. Es verbessert die Symptome der Rheumatoiden Arthritis (RA) und verzögert nachweislich die Progression.
Jetzt wird über einen 49-jährigen Patienten mit schwerer RA berichtet (1), der die empfohlene Initialdosis von 100 mg Leflunomid über drei Tage einnahm. Der Patient erhielt gleichzeitig das orale Antikoagulans Warfarin und hatte eine INR von 3,4. Nachdem er die zweite Dosis
Leflunomid bekommen hatte, bekam er eine Hämaturie und wurde deshalb ins Krankenhaus eingewiesen. Seine INR betrug jetzt 11,0. Obwohl Warfarin abgesetzt wurde, blieb die INR noch zwei Tage hoch. Nach der Verabreichung von 1 mg Vitamin K i.v. betrug die INR zwölf Stunden später 1,9. In der Folgezeit erhielt der Patient die niedrigere Erhaltungsdosis von Leflunomid und eine niedrigere Dosis von Warfarin, wobei der INR zwischen 3,0 und 4,0 lag.
Der Mechanismus ist folgender: Leflunomid wird rasch in einen aktiven Metaboliten umgewandelt. Dieser hemmt Cytochrom P450 2C9, woraus erhöhte Plasmaspiegel von Substanzen resultieren, die durch Cytochrom P450 2C9 metabolisiert werden. Hierzu gehört Warfarin, das in den USA allgemein benutzte Mittel zur Herabsetzung der Blutgerinnung, das dem in Deutschland gebräuchlichen Phenprocoumon (Marcumar®) chemisch und pharmakologisch sehr nah verwandt ist. Auch Phenprocoumon wird durch Cytochrom P450 2C9 metabolisiert.
Die Beobachtung dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auf Phenprocoumon zu übertragen sein. Auf die genannte Wechselwirkung wird in der Fachinformation von Arava® nicht hingewiesen.
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im Deutschen Ärzteblatt auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen unter der AkdÄ-Internetpräsenz www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Lim V, Pande I: Leflunomide can potentiate the anticoagulant effect of warfarin. BMJ 2002; 325: 1333.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Straße 233–237, 50931 Köln, Telefon: 02 21/40 04-5 28, Fax: 02 21/40 04-5 39, E-Mail: info@akdae.de, Internet: www.akdae.de
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