ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2003Methotrexat: Fertigspritze ermöglicht subkutane Selbstinjektion

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Methotrexat: Fertigspritze ermöglicht subkutane Selbstinjektion

Dtsch Arztebl 2003; 100(7): A-422

Mosler, Nana

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LNSLNS Zur Therapie rheumatischer Erkrankungen ist Methotrexat (MTX) das weltweit am häufigsten eingesetzte krankheitsmodifizierende Basistherapeutikum. Es ist nicht neu, dass die klinische Wirksamkeit nach vier bis sechs Wochen messbar wird und dann eine verminderte – radiologisch nachgewiesene – Progression der Gelenkzerstörung zeigt. Auch der Überlebensvorteil für die Patienten, die MTX erhalten haben, wurde bereits von namhaften Autoren diskutiert.
Gute Verträglichkeit
Prof. Jürgen Braun (Herne) sagte, MTX biete ebenfalls im Hinblick auf die Verträglichkeit keinen Ansatzpunkt für Kritik. Die zum Teil auftretenden Transaminasen-Anstiege könne man zum Beispiel mit der Gabe einer kleinen Dosis Folsäure – 24 Stunden nach der MTX-Applikation – verhindern. Dieser Griff in die pharmakologische „Trickkiste“ könne noch um die subkutane Applikationsform von MTX ergänzt werden: Weil die Bioverfügbarkeit des oral verabreichten MTX gering ist, führen parenterale Applikationen zu einer verstärkten Wirksamkeit von MTX.
Ergebnisse einer multizentrischen Phase-II-Studie, die Dr. Franz Niehoff (Herne) vorstellte, können dies nur unterstützen: Patienten mit rheumatoider Arthritis erhielten mindestens 15 mg oral intramuskulär (i. m.) oder intravenös (i. v.) MTX über drei Monate. Man testete dabei Metex®-Fertigspritzen. Dazu wurden subkutane MTX-Injektionen in der Bauchregion durchgeführt, die ersten beiden Injektionen erfolgten durch den Prüfarzt, die weiteren nahm der Patient selbst unter Beobachtung des Arztes vor.
Der Nachbeobachtungszeitraum betrug zwei Wochen. Für die 69 von 70 auswertbaren Patienten war die lokale Verträglichkeit – das primäre Studienziel – sehr gut. An den Injektionstagen reagierten zwischen 17,4 und 31,9 Prozent der Patienten mit milden Hautreaktionen an der Einstichstelle, an den Folgetagen zwischen 7,5 und 26,1 Prozent. Eine Woche nach der letzten Injektion waren sämtliche Hautreaktionen verschwunden.
58 Prozent der Patienten waren mit der Handhabbarkeit der Fertigspritzen sehr zufrieden, und 87 Prozent würden eine subkutane Selbstapplikation auch weiterhin bevorzugen. Dr. Helge Körber aus Elmshorn berichtete, in seiner Praxis seien von 350 Patienten 65 Prozent auf die subkutane Selbstinjektion eingestellt, 26 Prozent erhalten das Medikament intramuskulär oder intravenös. Dr. med. Nana Mosler

medac-Mittagsgespräch „Methotrexat – aktuelle Therapie-Optionen“ anlässlich des 31. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Berlin
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