ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2003Komiker, Journalist und Arzt auf Tournee: „Mit Freude scheitern“

VARIA: Feuilleton

Komiker, Journalist und Arzt auf Tournee: „Mit Freude scheitern“

Dtsch Arztebl 2003; 100(7): A-421 / B-368 / C-350

Lenze, Susanne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS DÄ: „Herr Hirschhausen, Sie sind zurzeit als Komiker und Journalist tätig. Haben Sie dennoch Arztallüren aus alten Tagen?“
Hirschhausen: „Ich werde diesen typischen diagnostischen Blick, dieses genaue Hinschauen nicht los. Dieses Beobachten von Menschen ist gleichzeitig Grundlage der Komik.“
DÄ: „Warum möchten Sie nicht mehr als Arzt arbeiten?“
Hirschhausen: „Ich habe nur dem Krankenhaus den Rücken gekehrt, nicht der Medizin. Ich finde ganz ernsthaft, dass ich im weiteren Sinne weiterhin ärztlich tätig bin. Die Menschen gehen entspannt und mit ein paar ungewöhnlichen Ideen mehr über ihren Körper und ihr Leben nach meiner Show nach Hause. Das ist präventiv! In den Krankenhäusern war wenig Platz für kreative Ideen. Nur wenig erfahrene Ärzte nehmen sich Zeit für die junge Generation.“
DÄ: „Sie standen schon 2000-mal auf der Bühne. Welches Gefühl ist es, wenn Menschen über Sie lachen?“
Hirschhausen: „Ein sehr schönes. Es ist jedes Mal wieder ein kleines Wunder. Ich versuche, dass das Publikum nicht nur über mich, sondern auch mit mir und über sich selbst lacht. Ein Dialog. Jeder Mensch hat diesen kreativen, göttlichen Funken.“
DÄ: „Wie würden Sie Ihr Publikum charakterisieren?“
Hirschhausen: „Es sind Menschen zwischen 25 und 80 Jahren. Das Thema Gesundheit, Umgang mit sich und seinem Körper geht ja zum Glück alle an.“
DÄ: „Was fasziniert Sie an Stand-up-Comedy?“
Hirschhausen: „Das Ungekünstelte und Unmittelbare bei einer Stand-up-Comedy-Show begeistert mich sehr.“
DÄ: „Warum ist ihre Show nicht politisch?“
Hirschhausen: „Was noch nicht ist, kann noch werden. Im nächsten Programm möchte ich daran arbeiten.“
DÄ: „Charakterisieren Sie sich in einem Satz selbst!“
Hirschhausen: „Ein neugieriger Querkopf, der viel Wissen ansammelt und damit im Alltag mit Freude scheitert. Auch zur Freude anderer.“
DÄ-Fragen: Susanne Lenze
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema