ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Arzneibudgets: Letzte Konsequenz

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arzneibudgets: Letzte Konsequenz

Günterberg, Klaus

Zur Diskussion um die Überschreitung der Arzneimittelbudgets
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LNSLNS . . . Stimmen die Arzneimittelmehrkosten in diesem Umfang überhaupt, oder liegen auch Computer- oder Rechenfehler vor?
Gibt es für diesen Kostenanstieg auch Fremdeinflüsse? Spielt unter Umständen die vor wenigen Jahren vorgenommene Erhöhung der Mehrwertsteuer, spielen steigende Preise verschiedener Medikamente, spielen Fehlbuchungen (etwa von EDV-Kosten der Apotheken) zu Lasten der Arzneikosten, spielt die Abgabe gleicher, aber teurerer Medikamente durch die Apotheken eine Rolle? Einzelne unbegründete Verordnungen, schwarze Schafe unter den Ärzten gab es schon immer. Daran kann der Kostenanstieg nicht liegen. An einzelnen schwarzen Schafen darf man nicht den ganzen Berufsstand messen. Aber machen wir vielleicht doch einiges anders als früher? . . .
Bei den Forderungen der Kassen kann von Regreß gar keine Rede sein (wenn der Arzt die Medikamente für 10 000 DM nicht selbst verzehrt hat und weil er sich damit auch nicht bereichert haben kann); um Bußgeld, um Geldstrafe handelt es sich hier. Das Ansinnen an die Vertragsärzte, Krankenhausleistungen ambulant zu erbringen mit der Absicht, trotz der ernormen Einsparungen die Arzneikosten dieser Behandlungen von ihnen dann aber später sogar noch zurückzufordern, kann man nur als hinterhältig bezeichnen. Würde ein Privatmann so verfahren, müßte man von Wirtschaftskriminalität sprechen.
Bei jedem Regreß, bei jedem Budget müssen wir uns im klaren sein: Jedes Budget fordert von der Ärzteschaft, der Fachgruppe und dem einzelnen Arzt in letzter Konsequenz: Entweder werden dem Versicherten Medikamente und Behandlungen, auf die er nach dem Stand der medizinischen Erkenntnisse Anspruch hat, vorenthalten, oder der Arzt trägt die Kosten selbst. Wie würden wohl die Feuerwehrleute reagieren, wenn sie für die Löschwasserkosten haften müßten?
Recht geschähe uns, wenn wir uns dies gefallen ließen!
Dr. med. Klaus Günterberg, Hönower Straße 214, 12623 Berlin-Mahlsdorf
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