ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2003Prävalenz des Barrett-Ösophagus bei asymptomatischen Individuen

MEDIZIN: Referiert

Prävalenz des Barrett-Ösophagus bei asymptomatischen Individuen

Dtsch Arztebl 2003; 100(8): A-482

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LNSLNS Die rapide Zunahme des Adenokarzinoms der Speiseröhre in der westlichen Welt wird mit der chronischen Refluxkrankheit in Verbindung gebracht. In 40 Prozent der Adenokarzinome der Speiseröhre finden sich jedoch in der Anamnese keine Refluxsymptome.
Die Autoren führten eine prospektive Studie über die Prävalenz der Zylinderzellmetaplasie (Barrett-Ösophagus) bei asymptomatischen Individuen jenseits des 50. Lebensjahres durch, bei denen einen Vorsorge-Darmspiegelung zur Früherkennung des kolorektalen Karzinoms geplant war. Dieses Kollektiv wurde eingeladen, an einer Vorsorgeuntersuchung des oberen Verdauungstraktes teilzunehmen. Patienten mit Sodbrennen und jene, bei denen eine antisekretorische Therapie durchgeführt wurde, wurden ausgeschlossen.
110 Probanden nahmen an der Studie teil, darunter neun Frauen, das Durchschnittsalter betrug 61 ± 9,3 Jahre. Acht Probanden (7 Prozent) wiesen einen langsegmentalen Barrett auf, 19 (17 Prozent) einen kurzsegmentalen Barrett auf. Patienten mit einem Barrett-Ösophagus waren nicht häufiger übergewichtig, Raucher oder Alkoholtrinker oder familiär hinsichtlich einer Refluxkrankheit belastet als Personen ohne Barrett-Ösophagus.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass bei asymptomatischen männlichen Personen im Alter von mehr als 50 Jahren in bis zu 25 Prozent ein spezialisiertes Zylinderepithel im terminalen Ösophagus zu finden ist. w

Gerson LB, Shetler K, Triadafilopoulos G: Prevalence of Barrett’s esophagus in asymptomatic individuals. Gastroenterology 2002; 122: 461–467.

Dr. L B. Gerson, Division of Gastroenterology and Hepatology, A 149, Standford University, Stanford, CA 94305-5202, USA, E-Mail: lgerson@leland.stanford.edu

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