ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Arzneibudgets: Fatalistisch

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arzneibudgets: Fatalistisch

Schmerler, Roland

Zu dem Beitrag "Krankenkassen kündigen Regreßwelle an" von Dr. med. Lothar Krimmel, KBV, in Heft 39/1996
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die fatalistische Mitteilung der KBV, von welchem Zeitpunkt an die Kassenärzte – wegen des niedrigeren Anteils der ambulanten Medizin an den Gesamtausgaben zuerst in den neuen Bundesländern – alle verordneten Medikamente selbst bezahlen müssen, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Denn hier wird den Kassenärzten suggeriert, daß sie wehrlos sind, weil effektive Gegenmaßnahmen nicht einmal erwogen werden.
Dem Verfasser ist zuzustimmen, daß wir uns nicht auf die langsam mahlenden Mühlen der Justiz verlassen können. Deshalb sollte mit massiver Öffentlichkeitsarbeit – schließlich sind zirka 90 Prozent der Wähler Kassenpatienten – versucht werden, von den Kassen eine verbindliche Zusage zu erhalten, daß solange keine Kollektivregresse zu erwarten sind, wie nicht die gesetzlich vorgegebene, zeitnahe Information über das jedem Arzt zustehende Budget realisiert ist.
Für den Fall, daß dies ergebnislos bleiben sollte, käme als effektivstes Gegenmittel die konzertierte Rückgabe der Kassenzulassungen in Betracht. Wie gesetzlich vorgesehen, würden wir dann zum Einfachsatz der GOÄ privat behandeln, könnten uns in Ruhe unseren Patienten widmen und wären die Budgetfrage ein für allemal los. Eine möglicherweise sinkende Gesamtvergütung wäre wohl in Kauf zu nehmen, wenn dadurch wirtschaftliches Überleben bei planbaren Einkommen auf DM-Basis erreicht wird. So, wie man zur Zeit meint, mit den Kassenärzten umspringen zu können, würde man es sich mit keiner anderen gesellschaftlichen Gruppe erlauben . . .
Dr. med. Roland Schmerler, Lindenstraße 12, 04509 Glesien
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote