ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2003Mitteilungen: „Aus der UAW-Datenbank“

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: „Aus der UAW-Datenbank“

Dtsch Arztebl 2003; 100(8): A-507 / B-435 / C-411

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LNSLNS Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft
„Aus der UAW-Datenbank“
Lebertoxizität unter ACE-Hemmern

Zu den Aufgaben der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) gehören die Erfassung, Dokumentation und Bewertung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). Die AkdÄ möchte Sie regelmäßig über aktuelle Themen aus der Arbeit ihres UAW-Ausschusses informieren und hofft, Ihnen damit wertvolle Hinweise für den Praxisalltag geben zu können.
Der AkdÄ liegen mehrere gut dokumentierte Fälle von Lebertoxizität unter ACE-Hemmern vor. Besonders fällt ein Fall einer cholestatischen Hepatitis mit nicht beeinflussbarem Transaminasen-Anstieg und Exitus im Leberkoma auf. Hier war der ACE-Hemmer Ramipril verordnet worden.
Insgesamt scheint es sich um seltene Ereignisse zu handeln. Im deutschen Spontanerfassungssystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ) fanden sich mit Stand vom September 2002 zu Captopril 1 072 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen. 13 Prozent der hierin beschriebenen Symptome bezogen sich auf die Organ-System-Klasse Leber- und Galleveränderungen. Die gleichen Zahlen lauten bei Benazepril (152 Berichte) 9 Prozent, Cilazapril (280 Berichte) 4 Prozent, Enalapril (1 223 Berichte) 11 Prozent, Fosinopril (364 Berichte) 6 Prozent, Lisinopril (918 Berichte)
7 Prozent, Perindopril (67 Berichte) 22 Prozent, Quinapril (135 Berichte) 15 Prozent, Ramipril (3 946 Berichte) 5 Prozent, Spirapril (27 Berichte) 22 Prozent, Trandolapril (224 Berichte) 6 Prozent.
Aus methodischen Gründen ist es nicht möglich festzustellen, ob verschiedene ACE-Hemmer diese Nebenwirkungen unterschiedlich häufig bedingen. Die hepatotoxischen Reaktionen unter ACE-Hemmern haben nach Mitteilung von Autoren, die Leberbiopsien durchführten, zumeist cholestatischen Charakter.
Wenn auch die Kenntnis entsprechender UAW schon etwa zehn Jahre alt ist, so scheint es doch notwendig, noch einmal an diese UAW zu erinnern und in jedem Zweifelsfall die Leberenzyme einschließlich der alkalischen Phosphatase zu überprüfen.
Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen (auch Verdachtsfälle) mit. Sie können dafür den in regelmäßigen Abständen im „Deutschen Ärzteblatt“ auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckten Berichtsbogen verwenden oder diesen aus der AkdÄ-Internet-Präsenz www.akdae.de abrufen.

Literatur
1. Hagley MT, Hulisz DT, Burns CM: Hepatotoxicity associated with angiotensin-converting enzyme inhibitors. The Annals of Pharmacotherapy 1993; 27: 228–231.
2. Jeserich M, Ihling C, Allgaier HP, Berg PA, Heilmann C: Acute liver failure due to enalapril. Herz 2000; 25, 689–693.

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Straße 233–237, 50931 Köln, Telefon: 02 21/40 04-5 28, Fax: -5 39, E-Mail: info@akdae.de
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