ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Aggression als Konfliktlösung?

SPEKTRUM: Bücher

Aggression als Konfliktlösung?

Studt, Hans Henning

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LNSLNSLNSLNS Psychotherapie
Fülle von Fakten
Hans Henning Studt (Hrsg.): Aggression als Konfliktlösung? Prophylaxe und Psychotherapie, Psychotherapeutische Medizin, Band 4, Johann Ambrosius Barth Verlag, Heidelberg, Leipzig, 1996, VIII, 212 Seiten, 11 Abbildungen, 5 Tabellen, gebunden, 58 DM
19 Autoren beschäftigen sich in 16 Beiträgen eines Kongresses der Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie mit der menschlichen Aggression, wobei sie sich vornehmlich den Lehren der Psychoanalyse und der Tiefenpsychologie verpflichtet wissen.
Ausgehend vom heute ganz überwiegend akzeptierten Konzept zweier Aggressionsformen, nämlich einer angeborenen nichtdestruktiven Variante ("adgredi") und einer erlernten Tendenz feindseliger Destruktivität, werden zunächst die krankmachenden Aspekte des Phänomens für das Individuum aufgewiesen: zum Beispiel der Zusammenhang autoaggressiv-destruktiver Krankheiten mit antisozialen Tendenzen, Folgeerscheinungen nach extremer äußerer Lebensbedrohung, Inzest-Problematik, Aggression und Hypertonie, Selbstbeschädigung als Selbsthilfe und als versuchte Konfliktlösung sowie Bulimie als Antwort auf abgelehnte Norm-Zwänge. Zwei psychodynamische Einzelfallstudien belegen außerdem vielfältige Pathologien, machen gleichzeitig aber auch auf Möglichkeiten der Prophylaxe und der Psychotherapie aufmerksam.
Der zweite Abschnitt befaßt sich mit der Aggression auf gesellschaftlicher Ebene: dabei liegt der Schwerpunkt auf politisch motivierter Gewalt, auf Rassismus und Fremdenhaß sowie auf einer transkulturellen Sichtweise. Plausibel erscheint die These, daß die Zunahme jugendlicher Destruktion auch mit einer Einengung der kindlichen Spielräume (im Wortsinne) zugunsten ausufernder Leistungs- und Wettbewerbsmentalität zu tun haben soll.
Der Band bietet auf relativ knappem Raum eine Fülle von Fakten, Studien, Thesen und Deutungen zu den Themen Aggression und Autoaggression.
Wolfgang Schweizer, Neuenmarkt
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