ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Abrechnungsbetrug: Ärzte erstatten Strafanzeige

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Abrechnungsbetrug: Ärzte erstatten Strafanzeige

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LNSLNS Der AOK Niedersachsen wird üble Nachrede vorgeworfen.
Wegen übler Nachrede haben 18 Ärzte aus Niedersachsen Strafanzeige gegen den hauptamtlichen Vorstand der dortigen AOK erstattet. Hintergrund sind Berichte, wonach 1 040 niedersächsische Ärzte im Verdacht stehen, unrechtmäßig Leistungen an bereits verstorbenen Patienten abgerechnet zu haben. Die AOK habe ohne wirkliche Beweise und mit Daten, die nur auf den „allerersten Blick“ geeignet seien, weitere Nachforschungen zu rechtfertigen, eine Pressekampagne losgetreten, die das Ansehen eines ganzes Berufszweiges stark beschädigt habe, lautet der Vorwurf der 18 Ärzte. Außerdem habe es die Kasse versäumt, zu prüfen, inwieweit Chipkartenbetrug für die angeblichen Falschabrechnungen verantwortlich sei. Eine Erklärung der AOK Niedersachsen, dass die große Mehrheit der Ärzte korrekt abrechnet, halten die 18 Ärzte für zu wenig, um das Misstrauen in der Bevölkerung auszuräumen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen ist derweil bemüht, die Wogen zu glätten und im Einvernehmen mit der AOK die Verdachtsfälle auf Abrechnungsbetrug zu prüfen. Sie geht nach wie vor davon aus, dass sich der Verdacht in den „allermeisten Fällen nicht erhärten“ wird.
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