ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Umfrage zur Prävention: Warum Menschen nicht oder ungern zur Vorsorgeuntersuchung gehen

POLITIK: Medizinreport

Umfrage zur Prävention: Warum Menschen nicht oder ungern zur Vorsorgeuntersuchung gehen

Dtsch Arztebl 2003; 100(9): A-530 / B-454 / C-428

EB

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LNSLNS Angst hält viele Männer davon ab, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Zu diesem Ergebnis gelangte eine Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Unternehmens Pfizer durchführte (Men’s-Health-Pfizer-Gesundheitsmonitors 2002). Insgesamt nahmen 1 481 Männer und 1 618 Frauen im Alter von über 16 Jahren an der Befragung teil. Vorsorgeuntersuchungen finden demnach in der Theorie bei Männern eine etwas höhere Zustimmung: 68 Prozent (63 Prozent der Frauen) halten die Krebsvorsorge ab 45 Jahren für „besonders wichtig“.
Die Praxis sieht jedoch anders aus: Innerhalb der letzten zwei Jahre nahmen nur 54 Prozent der Männer eine Vorsorgeuntersuchung oder einen Check-up in Anspruch; bei den Frauen waren es immerhin 72 Prozent. Schlecht sieht die Bilanz auch bei den über 45-jährigen Männern aus; von ihnen waren 13 Prozent noch nie bei der Vorsorge-untersuchung (Frauen: sechs Prozent). Der geringe Zuspruch scheint auf eine „Vermeidungsstrategie“ zurückzuführen sein, da 54 Prozent der Befragten damit rechnen, dass bei den Vorsorgeuntersuchungen „etwas Negatives“ herauskommt. Ebenfalls 54 Prozent möchten gar nicht so genau wissen, ob ihnen etwas fehlt. Jeder Dritte hält solche Untersuchungen für unangenehm oder schmerzhaft; und 21 Prozent glauben, dass es ohnehin zu spät ist, wenn bei der Vorsorgeuntersuchung Krebs diagnostiziert würde.
Wie wichtig es gerade für Männer ist, Vorsorgetermine wahrzunehmen, zeigt, dass bei jedem Dritten im Rahmen einer solchen Untersuchung ein Gesundheitsrisiko oder eine Erkrankung festgestellt wurde – vor allem Bluthochdruck (in 17 Prozent der Fälle) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (16 Prozent), aber auch Diabetes (neun Prozent), Krebs (sieben Prozent) und Prostata-Probleme (fünf Prozent). EB

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