ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Mammographie: „Wenn Volkswirte Politik machen“
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LNSLNS Malur et al. (2001) berichteten für Deutschland, dass sich von 477 operativ aufgrund verdächtiger Mammographie- und/oder Sonographie- und/oder Palpationsbefunde resezierten Läsionen der Mamma nur 46,8 % histologisch als In-situ- oder invasives Karzinom herausstellten. Das heißt, dass derzeit hierzulande wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Frauen ohne histologisch bestätigten malignen Befund an der Brust operiert werden. Darauf läuft auch die Aussage von Prof. Lauterbach hinaus.
- Es gilt als anerkannt, dass ein Screening-Verfahren auf Krebs eine hohe Spezifität aufweisen muss, um die Zahl unnötiger invasiver Abklärungen niedrig zu halten. So beträgt die Spezifität der Krebsvorsorge-Zytologie über 95 % (Wright et al., 2002; Yobs et al., 1985; Schneider et al., 2000), die der Sputum-Zytologie 99,5 % (Böcking et al., 1992). Es sollte nicht akzeptiert werden, mit dem Ziel einer möglichst hohen Sensitivität jede zweite Patientin ohne Tumorbefund an der Brust zu operieren. Hier muss durch Verbesserung der Güte der „grauen“ Mammographie bzw. häufigere Anwendung der Stanzbiopsie eine Erhöhung der Spezifität erreicht werden. Auch das ist ein berechtigtes Anliegen von Professor Lauterbach.
- Auf die Mortalität kommt es in der Diskussion um die Qualität des Mammographssie-Screenings gar nicht an, sondern vielmehr auf die Letalität. Die Mortalität am Mammakarzinom ist stark von seiner Inzidenz abhängig, darüber macht Herr Butz aber keine Angaben. So kann bei niedriger Inzidenz, trotz hoher Letalität, die Mortalität vergleichsweise niedrig sein. Ziel des Mammographie-Screenings ist aber die Senkung der Letalität am Mammakarzinom.
Prof. Dr. med. A. Böcking,
Institut für Cytopathologie, Universitätsklinikum Düsseldorf,
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
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