ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Sektionen: Nein, danke!

BRIEFE

Sektionen: Nein, danke!

Dtsch Arztebl 2003; 100(9): A-541 / B-466 / C-438

Greve, Stefanie

Zu der öffentlich durchgeführten Sektion in London durch Prof. Gunther von Hagens:
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LNSLNS Ich möchte gerne ein paar Worte zu diesem Prof. von Hagens und seinen Vorführungen mit den unerträglichen, unwürdigen, dazu auch allen Menschen zugänglichen öffentlichen Sezierungen sagen. Ich wollte es bereits vor zwei Jahren tun, als ich’s zum ersten Mal gesehen habe, sogar Freieintrittskarten für diese „Vorstellung“ – ich glaube in Basel – bekam. Nein, danke! Ein Mediziner, der nicht mal so viel Ethik und Würde vor denen hat, die sich der Wissenschaft vielleicht noch zu Lebzeiten geopfert haben, dass diese dann von einem Mann mit „dem Hut auf dem Kopf“ „zerlegt“ und den Neugierigen vorgeführt werden, der hat wirklich keine Scham, und der Titel Professor passt nicht zu ihm, den hat er genau so entwürdigt wie den Menschen auf dem Obduktionstisch. Schon mal was von medizinischer Ethik gehört, Herr Professor?
Ich erinnere mich an eine sehr perfekte und bei Medizinstudenten sehr gefürchtete Dozentin in unserer Komenius-Universität in Bratislava. Sie hat alles so würdig getan und uns allen beigebracht, wehe, wenn sich ein Student erlaubt hat, in den Saal mit Hut oder Zigarette einzutreten. Den hat sie sich so lange gemerkt, dass er Jahre brauchte, um bei ihr die Anatomie-Prüfung zu absolvieren, oder er hat es gleich aufgegeben. So was hat dieser Herr Professor sicher nie erlebt, denn was da produziert wird, ist nicht mit normalem Verstand zu akzeptieren . . .
Wenn wir zu allen Perversitäten, die sich um uns herum ereignen, schweigen, dann nehmen sie nur zu, am Ende sind sie Zeugnis einer total dekadenten Gesellschaft oder rücken die Mediziner und die Medizin in ein ganz falsches Licht . . .
Dr. med. Stefanie Greve,
Ostpreußenstraße 4,
79761 Waldshut-Tiengen
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