ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Interventionelle Gefäßtherapie

BÜCHER

Interventionelle Gefäßtherapie

Dtsch Arztebl 2003; 100(9): A-544 / B-468 / C-441

Vallbracht, C.; Roth, F.-J.; Strauss, A. L.

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Radiologie/Kardiologie
Blick über den Tellerrand
C. Vallbracht, F.-J. Roth, A. L. Strauss (Hrsg.): Interventionelle Gefäßtherapie. Steinkopff Verlag, Darmstadt, 2002, XVIII, 457 Seiten, 218 Abbildungen in 278 Einzeldarstellungen, gebunden, 129 €
Die Autoren rufen in Zeiten knapper werdender Kassen und wachsender Konkurrenz der Fachrichtungen Kardiologie, Angiologie und interventionelle Radiologie Patienten zur Zusammenarbeit auf. Das Buch will dazu einen Beitrag leisten gemäß der Maxime, dass eine so komplexe Systemerkrankung wie die arterielle Verschlusskrankheit nur durch einen interdisziplinären Ansatz langfristig effektiv zu behandeln ist.
Entsprechend ist das Buch so aufgebaut, dass zu den sieben Hauptthemen, „Historische Übersicht“, „Konventionelle Ballondilatation von Gefäßstenosen“, „Konventionelle Techniken der Rekanalisation kompletter Verschlüsse“, „Alternative Techniken“, „Stents“, „Weit fortgeschrittene Arteriosklerose“ und „Rezidivprophylaxe“ zuerst unter roter Überschrift die kardiologische und anschließend unter blauer Überschrift die angiologische Sicht von Experten der entsprechenden Fachrichtung vorgestellt wird. Der besondere Aufbau hat allerdings in einzelnen Kapiteln eine gewisse inhaltliche Redundanz zur Folge. Sehr interessant ist die historische Übersicht, da sie von Pionieren der interventionellen Kardiologie, Angiologie und Radiologie – teilweise auf Grundlage ihrer persönlichen Erfahrungen – verfasst ist.
Eine kritische Anmerkung sei erlaubt: Nahezu alle Autoren sind offenbar der „amerikanischen Krankheit“ erlegen, sodass der Leser häufig über Ausdrücke wie „Device“, „Stenting“, „Impacting“, „Guide“, „Floppy-Teil“, „Tapering“, „Oversizing“, „gecoverte“, „gecoatete“ Stents, „Run-off“ stolpert. Da sich das Buch nach dem Wunsch der Herausgeber nicht nur an die Spezialisten der genannten Fachdisziplinen, sondern auch an Allgemeinmediziner richtet, der die „Weichen für eine Weiterbehandlung seines Patienten stellen muss“, sind solche Spezialbegriffe für das Textverständnis wenig hilfreich.
Bis auf diese Kleinigkeit handelt es sich jedoch – vor allem wegen seines interdisziplinären Ansatzes – um ein lesenswertes Buch. Seinen Zweck, den Blick über den Tellerrand der eigenen Fachdisziplin auf den Kollegen direkt am Nebentisch zu richten, der dort offenbar schon lange, jedoch oft unbemerkt mit den gleichen Fragen befasst ist, erfüllt es allemal.
Karl Schürmann
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