ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Auswahl von Protonenpumpen-Inhibitoren: Mangelnde statistische Aussagekraft
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LNSLNS In der Hauptsache befasst sich der Artikel mit dem Thema, dass Pantoprazol entgegen der Behauptung des Herstellers keineswegs weniger Wechselwirkungen habe als die anderen so genannten PPI. Dies wird bis ins molekulare Detail hinein dargelegt. Der interessanteste Satz dabei ist, dass Pantoprazol im Sinne dieses angeblichen Vorteils in den USA gar nicht beworben wurde, „vermutlich wegen mangelnder Evidenz“. Im letzten kleinen Absatz wird dann gefolgert, dass, wenn das Nebenwirkungs- und Wechselwirkungsprofil bei allen PPI gleich sei, man den Besten verordnen könne, und das sei Esomeprazol. Diese Aussage stützt sich auf eine Metaanalyse, die unter „Outcomes Research, AstraZeneca, Kings Langeley, Großbritannien“ veröffentlicht wurde. Diese Metaanalyse ist trotz des Sponsors nicht frei über das Internet zu beziehen. Ich kann ihre Qualität somit auch nicht beurteilen. Im Artikel selbst wird nur eine kleine Grafik, nahezu frei von jeder statistischen Aussagekraft, gezeigt. Signifikanz und klinische Relevanz haben bekanntlich wenig miteinander zu tun.
Es gehört in Zeitschriften wie zum Beispiel „The Lancet“ zu den Spielregeln oder doch zumindest zum guten Ton, dass man seine Quellenangaben gleich im Anschluss an seine Artikel offen legt. Außerdem findet sich immer ein so genanntes „conflict of interest statement“, wo die Autoren erklären, in wessen Lohn und Brot sie bisher standen. Aber das englische Gesundheitswesen ist für den deutschen Arzt ja eines der ganz großen Negativbeispiele. Komisch nur, dass man bei Medline-Recherchen selten auf einen Artikel aus einer deutschen Zeitschrift stößt.

Dr. med. Thomas Kühlein
Horsdorf Haus Nr. 19
96231 Bad Staffelstein
E-Mail: tKuehlein@onlinemed.de

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