ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Auswahl von Protonenpumpen-Inhibitoren: Werbung mit klinischen Fakten
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LNSLNS Der Artikel von Labenz et al. ist von grundsätzlicher Bedeutung. Die Autoren liefern nämlich klinische Fakten anstelle theoretischer Argumente in der Diskussion um die angeblich unterschiedliche Sicherheit verschiedener Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI). Die PPI gehören zu den nebenwirkungsärmsten und sichersten Medikamenten. Das ergibt sich aus einer umfangreichen Literatur von mehr als zehn Jahren, wobei übereinstimmend keine Unterschiede zwischen den verschiedenen PPI gefunden wurden. Um so mehr verwundert es, dass für einen PPI (Pantoprazol) mit einem angeblich geringeren Risiko von Arzneimittelinteraktionen geworben wird. Letzteres wird aus einem geringfügig differenten hepatischen Metabolismus geschlossen. Labenz et al. widerlegen diese Vermutung anhand der Datenbank der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA). Dort wurden (bezogen auf verkaufte Packungen) nämlich doppelt so viele unerwünschte Ereignisse nach Gabe von Pantoprazol wie nach Omeprazol gemeldet und sogar sechsmal häufiger Interaktionen von Pantoprazol mit Warfarin oder anderen Vitamin-K-Antagonisten.
Das zeigt, dass Werbung auf klinischen Fakten und nicht theoretischen Spekulationen aufgrund geringfügig unterschiedlicher molekularer Mechanismen beruhen sollte.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Werner Creutzfeld, FRCP
Medizinische Universitäts-Klinik
Postfach 37 42/43
37070 Göttingen

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