ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Reiseberichte: Schauplätze der Literatur

VARIA: Feuilleton

Reiseberichte: Schauplätze der Literatur

Klinkhammer, Gisela

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Wolfgang Geisthövel: Kein Besuch bei Lawrence Durrell. Literarische Streifzüge, Donat Verlag, Bremen, 2001, 213 Seiten, 15,40 €; Wolfgang Geisthövel: Reisen in Uwe Johnsons Mecklenburg. Zwischen Flau und Templin, Hinstorff Verlag, 2001, 139 Seiten, 13,90 €
Wolfgang Geisthövel: Kein Besuch bei Lawrence Durrell. Literarische Streifzüge, Donat Verlag, Bremen, 2001, 213 Seiten, 15,40 €; Wolfgang Geisthövel: Reisen in Uwe Johnsons Mecklenburg. Zwischen Flau und Templin, Hinstorff Verlag, 2001, 139 Seiten, 13,90 €
Wer gern reist, möchte häufig mehr über die Orte erfahren, die er zu besuchen beabsichtigt oder die er schon bereist hat. Zu diesem Zweck kann man sich einen Reiseführer kaufen, in dem oft recht trocken und nicht selten sogar langweilig alle Sehenswürdigkeiten pflichtgemäß abgehandelt werden. Man kann allerdings auch literarische Reiseberichte lesen. Das bereitet besondere Freude, wenn die Schauplätze der Literatur unterhaltsam und gleichzeitig kenntnisreich beschrieben werden. Dem Kölner Internisten Dr. med. Wolfgang Geisthövel ist dieses nicht ganz einfache Unterfangen überzeugend gelungen. Getreu Goethes Motto „Wer den Dichter verstehen will, muss in Dichters Lande gehen“ brach Geisthövel auf, zunächst nach Sommiers, wo er vergeblich hoffte, Lawrence Durrell anzutreffen. Doch dieser Ausflug ist nur die Einleitung zu seinen weiteren literarischen Streifzügen. Er besuchte Orte, an denen sich einst große Dichter und Schriftsteller aufhielten, und beschreibt den Einfluss, den diese Orte auf ihr Schaffen ausübten – Flauberts Orientreise zum Beispiel, die dessen späteres Romanwerk maßgebend prägte. Der Leser wird nach Lesbos, Ägypten, Portugal und Triest, das heißt zu Sappho, Flaubert, Pessoa und Svevo, geführt. Wer die von Geisthövel bereisten Orte nicht kennt, wird trotzdem keine Schwierigkeiten haben, sich die Schauplätze vorzustellen, so plastisch werden sie beschrieben. Und umgekehrt: Wer die zitierten Werke der Schriftsteller nicht kennt, wird möglicherweise Lust bekommen, sie zu lesen. Das gilt auch für „Reisen in Uwe Johnsons Mecklenburg“. Der Leser muss keine Zeile von Johnson gelesen haben, um an der Lektüre dieses Buches seine Freude zu haben. Die Beschreibung der weiten Sandstrände, der zerklüfteten Küsten, der reizvollen Inseln sowie der Seen und Wälder im Landesinnern sind Anlass genug, Geisthövel zu begleiten.
Gisela Klinkhammer
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