ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Chronische Herzinsuffizienz: Carvedilol wirkt mit ACE- Hemmer in Kombination

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Chronische Herzinsuffizienz: Carvedilol wirkt mit ACE- Hemmer in Kombination

Dtsch Arztebl 2003; 100(9): A-574

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Ergänzt man die Basistherapie der Herzinsuffizienz (ACE-Hemmer, Diuretika, Digitalis) mit einem Betarezeptorenblocker, lassen sich Mortalität und Hospitalisierungsrate signifikant senken. Nachgewiesen ist dies durch große Studien für drei Substanzen, darunter für Carvedilol. Dieser Betablocker unterscheide sich in seinen Eigenschaften deutlich von anderen Substanzen, betonte Prof. Martin Wehling (Mannheim). Carvedilol (Dilatrend®) weist eine umfassende antiadrenerge Wirkung auf, die nicht nur Beta-1- und Beta-2-, sondern auch Alpha-1-Rezeptoren einschließt. Damit bewirkt die Substanz eine periphere Vasodilatation und nicht wie andere Betablocker eine periphere Vasokonstriktion. Klinisch wird dies zum Beispiel daran deutlich, dass Carvedilol die freie Gehstrecke von Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit erhöht.
Alpha-1-Rezeptoren sind auch an Hypertrophie und Remodelling des Myokards beteiligt. Dies lässt erwarten, dass Carvedilol das myokardiale Remodelling, das dem Fortschreiten der Herzinsuffizienz zugrunde liegt, besser beeinflusst als Beta-1-selektive Substanzen und vielleicht auch besser als ACE-Hemmer. Untersucht wurde dieser Effekt in der CARMEN-Studie (Carvedilol and ACE-Inhibitor Remodelling Mild Heart Failure EvaluatioN trial), in der erstmals ein Betablocker direkt mit ei-
nem ACE-Hemmer verglichen wurde.
Bekannt war, dass ACE-Hemmer das Remodelling zum Beispiel nach einem Herzinfarkt zum Stillstand bringen können. An der
CARMEN-Studie nahmen 572 Patienten mit stabiler leichter Herzinsuffizienz teil. Sie erhielten für 18 Monate entweder Carvedilol (Zieldosis 2 3 25 mg, bei Patienten über 85 kg 2 3 50 mg) oder Enalapril
(2 3 10 mg) oder eine Kombination aus beiden Substanzen.
Die Kombinationstherapie erwies sich als die wirksamste Strategie. Sie senkte den endsystolischen Volumenindex (LVESVI), einen Surrogatmarker für das Remodelling, im Vergleich zu Enalapril bereits nach sechs Monaten signifikant. Carvedilol zeigte zwar auch einen stärkeren Effekt als Enalapril; doch dieser Unterschied erreichte keine statistische Signifikanz. In der Verträglichkeit gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
Wie Prof. Willem J. Remme (Rotterdam) meinte, sollte der Betablocker nach diesen Daten von Anfang an mit zur Therapie der Herzinsuffizienz gehören. Der Arzt kann die Therapie ohne Probleme auch mit einem Betarezeptorenblocker alleine beginnen, wenn ein ACE-Hemmer nicht einsetzbar ist. Doch Remme schränkte diese Empfehlung ausdrücklich auf Carvedilol ein. Dr. med. Angelika Bischoff

Pressekonferenz der Firma Hoffmann-La Roche zur Carvedilol-Studie CARMEN anlässlich des Europäischen Kardiologenkongresses in Berlin
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