ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2003Privatliquidation: Fehlabrechnungen moniert

Versicherungen

Privatliquidation: Fehlabrechnungen moniert

Dtsch Arztebl 2003; 100(9): [82]

Clade, Harald

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LNSLNS Die Axa Kran­ken­ver­siche­rung AG unterstellt
den Ärzten keine betrügerische Absicht.

Rund 80 Prozent der Privatliquidationen mit einem Rechnungsgesamtbetrag von mehr als 2 500 Euro, die bei der Axa Kran­ken­ver­siche­rung AG von den Privatversicherten zur Kostenerstattung eingereicht wurden, sind nach Angaben des Vorstandes „fehlerhaft“. Dies hat die Kran­ken­ver­siche­rung, die mit ihrem Marktanteil innerhalb der 52 Kran­ken­ver­siche­rungsunternehmen auf dem 10. Rang steht, anhand von rund 33 000 Privatliquidationen ermittelt, die die Versicherung während der vergangenen drei Jahre überprüft hat.
Axa unterstellt den Ärzten dabei „keine betrügerische Absicht“, betonte Gernot Schlösser, der Vorstandsvorsitzende. Vielmehr gingen falsche und überhöhte Rechnungen meistens auf „fehlerhafte Interpretationen einer nicht einfachen, komplexen Gebührenordnung für Ärzte“ zurück. Sehr häufig werde das so genannte Zielleistungsprinzip verletzt. Ärztinnen und Ärzte stellen Leistungen gesondert in Rechnung, die bereits in Komplexleistungen enthalten sind. Die fehlerhaften Rechnungen stammten vorwiegend von Chefärzten und wurden nach Rücksprache mit dem Arzt im Durchschnitt um ein Drittel gekürzt. Dies berichtete Mathematiker Dr. rer. nat. Joachim von Rieth, im Vorstand der Axa Kran­ken­ver­siche­rung AG für das Produktmanagement zuständig, im Rahmen eines Hintergrundgespräches mit Vertretern der Fachpresse in Köln.
Die Axa Kran­ken­ver­siche­rung AG erzielte durch die regelmäßige, computergestützte„beitragsstabilisierende Leistungsprüfung“ im Jahr 2001 im Bereich der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Ersparnisse (Kürzungen) in Höhe von 3,2 Millionen Euro, im Bereich der Amtlichen Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) im Wert von rund einer Million Euro. Aufgrund der ersten beiden Quartale des Jahres 2002
erwartet die Versicherung – hochgerechnet auf das gesamte Rechnungsjahr 2002 – Ersparnisse beziehungsweise Kürzungen in Höhe von 3,6 Millionen Euro im Bereich der Gebührenordnung für Ärzte und rund 592 000 Euro im Bereich Gebührenordnung für Zahnärzte.
Focussierte Studien
Eine von der Unternehmensberatung McKinsey für das Jahr 2001 durchgeführte Studie über die Leistungspflichtprüfung im „normalen Tagesgeschäft“ kam zu folgenden Ergebnissen: Im Bereich HNO-Ärzte Kürzungen der Liquidationen um 15,8 Prozent der geprüften Rechnungsbeträge, im Bereich Anästhesie Kürzungen um 12,7 Prozent, im Bereich Chirurgie Kürzungen um 15,8 Prozent; insgesamt und durchschnittlich Kürzungen um 14,9 Prozent der geprüften Liquidationen. Im Februar 2002 wurden so genannte focussierte Prüfungen gestartet und die routinemäßige Leistungspflichtprüfung auch auf die Gebiete Gynäkologie, Urologie und Orthopädie ausgedehnt. Erwartete zusätzliche Einsparungen: rund 380 000 Euro per annum. HC
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