ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Auslandsaufenthalt: Was geschieht mit den Policen?

Versicherungen

Auslandsaufenthalt: Was geschieht mit den Policen?

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): [43]

Combach, Rolf

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LNSLNS Wer aus beruflichen Gründen oder für einen Urlaub längere Zeit ins Ausland geht, sollte überprüfen, ob sein Versicherungsschutz im Ausland weiter besteht und was sich im Vertragsverhältnis ändert. Bei der Lebens- und Unfallversicherung ändert sich wenig, doch die Sach- und Rechtsschutzversicherungen verlieren unter Umständen ihre Gültigkeit.
- Die Lebensversicherung bleibt bestehen. Lebt der Versicherte außerhalb Europas, erlischt die Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung.
- Die Unfallversicherung bleibt so lange bestehen, wie vereinbarte Vertragsinhalte nicht gegen landesübliches Recht verstoßen. Kontaktadresse angeben und Konto im Inland behalten.
- Bei Auslandsaufenthalten bis zu einem Jahr besteht der Schutz in der Privathaftpflichtversicherung unverändert. Bei längeren Aufenthalten kommt es zur Vertragsauflösung. Bleibt der Wohnsitz in Deutschland, entscheidet die Versicherung bei Aufenthalten, die länger als ein Jahr dauern, im Einzelfall.
- Wenn der Hausrat ins Ausland mitgenommen wird, wird die Hausrat- und Glasversicherung aufgehoben. Bei befristeten Auslandsaufenthalten bis zu fünf Jahren entscheidet die Versicherung im Einzelfall. Bleibt der Hausrat in einer unbewohnten Wohnung zurück, muss dies wegen der höheren Einbruchsgefahr gemeldet werden.
- Die Wohngebäudeversicherung bleibt bestehen, wenn das Gebäude im Eigentum des Versicherungskunden bleibt. Der Versicherte sollte eine Vertrauensperson mit Vollmachten ausstatten, damit Schäden rechtsverbindlich bearbeitet werden können. Auch hier gilt: Die Gefahrenerhöhung bei unbewohnten Gebäuden muss gemeldet werden.
- Die Rechtsschutzversicherung verliert ihre Gültigkeit. Es sei denn, der Erstwohnsitz bleibt in Deutschland, und der Auslandsaufenthalt ist befristet.
- Es empfiehlt sich, immer einen speziell für das Ausland geeigneten Kran­ken­ver­siche­rungsschutz zu haben. Dieser ist abhängig von Grund und Dauer des Aufenthalts. Damit genügend Zeit für Gesundheitsprüfungen da ist, sollte die Versicherung mindestens drei Monate vor Reiseantritt beantragt werden. Rolf Combach
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