ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1996Regreßforderungen der Kassen gefährden Patientenversorgung

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Regreßforderungen der Kassen gefährden Patientenversorgung

EB

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LNSLNS KÖLN. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat den Gesetzgeber aufgefordert, die ambulanten Arzneimittelbudgets der veränderten Leistungserbringung anzupassen und die bisherige Bemessungsgrundlage durch einen Zuschlag-Ost anzuheben.
Die BÄK hält zudem die Regreßforderungen der Krankenkassen wegen Überschreitung des Arzneimittelbudgets für unberechtigt. Für das Jahr 1995 fordern die Kassen von neun Kassenärztlichen Vereinigungen 870 Millionen DM zurück. Allerdings, so die BÄK, hätten für dieses Jahr keine Daten vorgelegen, und somit seien auch keine Steuerungsmöglichkeiten vorhanden gewesen. Die Forderungen basierten auf einer Fehlanalyse, da zusätzliche Leistungen, die in den ambulanten Sektor verlagert wurden, nicht berücksichtigt worden seien. Außerdem sei die Bemessungsgrenze für die Arzneimittelbudgets in den neuen Bundesländern zu einem Zeitpunkt festgelegt worden, als die Umstrukturierung des Gesundheitswesens noch nicht abgeschlossen war.
Für 1996 rechnen die Kassen mit weiteren Budgetüberschreitungen, diesmal in Milliarden-Höhe. Rückforderungen in dieser Größenordnung würden, so die BÄK, Arztpraxen in den Ruin treiben. Eine flächendeckende Versorgung der Patienten sei unter solchen Umständen nicht mehr gewährleistet. EB
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