ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Förderprogramm: „Kapital für Arbeit“

VARIA: Wirtschaft

Förderprogramm: „Kapital für Arbeit“

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): A-647 / B-551

Vetter, Michael

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LNSLNS Ärzte, die Arbeitsplätze schaffen, können von den günstigen Kreditkonditionen profitieren.

Seit dem 1. November 2002 gibt es das Förderprogramm „Kapital für Arbeit“, mit dem die Initiative der Bundesregierung zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit unterstützt werden soll. Dabei sollen gesunden Unternehmen die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die erforderlich sind, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Darüber hinaus beabsichtigt das Förderprogramm, die Kapitalstruktur dieser Firmen zu verbessern und ihnen damit den Zugang zu einer weiteren Fremdkapitalfinanzierung zu erleichtern.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wickelt die Finanzierung ab. Dabei haben sich die Banker hohe Ziele gesetzt. Wie bereits bei bisherigen Förderprogrammen sollen vom jeweiligen Antragseingang bis zur Kreditzusage höchstens zehn Arbeitstage vergehen.
Bonität muss stimmen
Zu den Einzelheiten des Programms: Anträge können von mittelständischen Unternehmen gestellt werden, die Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte oder geringfügig Beschäftigte einstellen. Finanzierungsbedarf und eine ausreichende Kreditwürdigkeit („Bonität“) einschließlich entsprechend positiver Zukunftsaussichten sind weitere Voraussetzungen für eine Antragstellung. Zu diesen antragsberechtigten mittelständischen Firmen gehören in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (produzierendes Gewerbe, Handwerk, Handel und sonstiges Dienstleistungsgewerbe), die sich mehrheitlich im Privatbesitz befinden und deren Jahresumsatz einschließlich verbundener Unternehmen 500 Millionen Euro nicht überschreitet. Ebenso können Freiberufler Förderanträge stellen.
Die Finanzierungsmöglichkeiten sind umfangreich. Grundsätzlich kann das Geld für sämtliche Investitionen und Aufwendungen innerhalb entsprechender Vorhaben einschließlich der mit der Schaffung von Arbeitsplätzen sowie von Qualifizierungsmaßnahmen verbundenen Kosten eingesetzt werden. Interessant ist dabei, dass auch die Übernahme von Auszubildenden nach der Lehre unter die Förderbedingungen fallen kann. Die Beschäftigung muss sozial­ver­sicherungs­pflichtig sein. Dabei hat die Vertragslaufzeit mindestens zwölf Monate zu betragen. Das jeweilige Vorhaben ist dabei im Antrag detailliert darzustellen.
Bei dauerhafter Einstellung von Arbeitslosen kann der Antragsteller auf einen Förderkredit zurückgreifen, der aus einem üblichen Darlehen als Fremdkapitaltranche sowie aus einem Nachrangdarlehen als Nachrangtranche besteht. Beide Darlehen sind dabei gleich groß. Maximal können bis zu 100 000 Euro je neu abgeschlossenem Arbeitsverhältnis gefördert werden. Bei einer Teilzeitbeschäftigung beträgt der maximal bereitgestellte Betrag 50 000 Euro. Bei beiden Tranchen ist eine Kreditlaufzeit von zehn Jahren möglich. Ein Kredithöchstbetrag ist zunächst nicht vorgesehen, allerdings muss der Umfang der geplanten Einstellungen im Einklang mit den Zukunftaussichten des Unternehmens stehen.
Die Antragstellung erfolgt über ein Kreditinstitut der Wahl des jeweiligen Unternehmers oder Freiberuflers, da die KfW Kreditnehmern Mittel grundsätzlich nicht unmittelbar auszahlt. Das Kreditrisiko für die Fremdkapitaltranche trägt das jeweilige Kreditinstitut, wohingegen dieses bei der Nachrangtranche gegenüber der KfW von der Haftung freigestellt wird. Für den Antragsteller bietet diese Haftungsfreistellung den Vorteil, zumindest für die Nachrangtranche keine zusätzlichen Sicherheiten stellen zu müssen. Damit erhöht sich der Spielraum des Unternehmers für mögliche weitere Kredite.
Keine vorzeitige Tilgung
Die Fremdkapitaltranche des „Kapitals für Arbeit“ muss banküblich abgesichert werden und dürfte sich in der Praxis an der Qualität der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Antragstellers orientieren.
Zu den Tilgungsmodalitäten: Bei der Fremdkapitaltranche sind bis zu zwei tilgungsfreie Anlaufjahre möglich. Danach erfolgt die Tilgung in gleich hohen, halbjährlichen Raten. Bei der Nachrangtranche wird erst zum Laufzeitende in vier ebenfalls gleich hohen halbjährlichen Raten getilgt.
Eine vorzeitige außerplanmäßige Tilgung beider Tranchen ist nicht vorgesehen. Auch die Kombination eines „Kapital für Arbeit“-Kredites mit anderen Förderkrediten der KfW ist möglich. Allerdings darf der Anteil der durch die öffentliche Hand verbürgten beziehungsweise garantierten Kredite fünfzig Prozent an der Gesamtfinanzierung des Vorhabens nicht überschreiten. Die jährlichen effektiven Zinssätze beider Tranchen liegen derzeit (Dezember 2002) bei 5,16 Prozent in der Fremdkapitaltranche sowie in der Nachrangtranche zwischen 5,84 Prozent (Bonitätskategorie des Kreditnehmers: „sehr gut“) und 8,92 Prozent (Bonitätskategorie des Kreditnehmers: „ausreichend“).
Die jeweils aktuellen Zinssätze können unter Fax: 0 69/ 74 31-42 14 oder im Internet (www.kfw.de) innerhalb der Konditionsübersicht für Investitionskreditprogramme abgerufen werden. Michael Vetter


Das Programm

– Wer kann Anträge stellen?
Neben Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind auch freiberuflich tätige Personen antragsberechtigt.
– Was wird finanziert?
Grundsätzlich werden sämtliche Investitionen gefördert, die der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Qualifizierungssicherung dienen.
– Wie muss das Beschäftigungsverhältnis angelegt sein?
Es muss als sozial­ver­sicherungs­pflichtiges Beschäftigungsverhältnis geführt und auf Dauer mit einer Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Monaten angelegt sein.
– Mit welchen Beträgen wird finanziert?
Die KfW stellt maximal einen Kredit in Höhe von 100 000 Euro pro neu abgeschlossenem Arbeitsverhältnis zur Verfügung. Bei einer Teilzeitbeschäftigung gibt es höchstens 50 000 Euro.
– Welche Kreditlaufzeit ist vorgesehen?
Die Kreditlaufzeit beträgt zehn Jahre.
– Wo wird der Antrag gestellt?
Bei der Hausbank oder bei anderen Kreditinstituten.
– Wo gibt es weitere Informationen?
Beispielsweise beim KfW-Informationszentrum
(Telefon: 0 18 01-33 55 77, Fax: 0 69/74 31-6 43 55, E-Mail: iz@kfw.de).
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