ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2003Ausgewählte urologische Notfälle: Schlusswort
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In unserem Artikel wird darauf hingewiesen, dass bei einem Harnverhalt im Anschluss an die Kathetereinlage eine fraktionierte Ableitung des Urins überflüssig ist. Diese Aussage entspricht zum einen unserer eigenen jahrzehntelangen Erfahrung, und zum anderen steht sie im Einklang mit Angaben in der Literatur. Hier wird zwar die Möglichkeit einer fraktionierten Harnableitung erwähnt, jedoch wird keine strenge Indikation dafür gesehen (1). Diese Aussage gilt für den „klassischen“ Harnverhalt, zum Beispiel bei Prostataerkrankungen.
Wenn allerdings schwerwiegende Vorschädigungen der Harnblase vorliegen, wie es zum Beispiel bei radiogen bedingten Blasenveränderungen der Fall ist, ist natürlich eine andere Ausgangssituation gegeben. Die Blasenwand kann in solchen Fällen der-
art fragil sein, dass bereits geringste Beeinträchtigungen der Blasenwand, zum Beispiel Berührungen der Mukosa beim Einführen eines Katheters, zu schweren hämorrhagischen Zwischenfällen führen können. Bei solchen Patienten kann in der Tat beim Vorliegen eines Harnverhalts eine fraktionierte Blasenentleerung hilfreich sein.

Literatur
1. Kleinschmidt K: Urologische Notfälle. In: Jochim D, Miller K, eds.: Praxis der Urologie, Band II. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag 1994.

Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Georg Hofmockel
Klinik für Urologie und Kinderurologie
Medizinisches Zentrum Kreis Aachen
Dr.-Hans-Böckler-Platz 1
52146 Würselen

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote