ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 1/2003Jordanien: Glanz der Römer und Nabatäer

Supplement: Reisemagazin

Jordanien: Glanz der Römer und Nabatäer

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): [10]

Schumacher, Barbara

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Amman: Blick vom Zitadellenhügel auf die Altstadt mit römischem Amphitheater Fotos (2): Harald Clade
Amman: Blick vom Zitadellenhügel auf die Altstadt mit römischem Amphitheater Fotos (2): Harald Clade
Vom Zitadellenhügel
beobachten wir das Schauspiel, wie sich das weiße Häusermeer um das 6 000 Besucher fassende römische Amphitheater langsam gelb, rot, dann violett färbt. Bei Nacht entfaltet die Stadt ihren ganzen Charme im Lichtermeer. Wir sind in Amman, der Hauptstadt des haschemitischen Königreichs Jordanien. Es gibt abenteuerlichere Basare und schönere und ältere Moscheen, aber dafür gibt es hier eine vielfältige Kunstszene.
Einen Besuch wert ist Darat Al Funun, Kunstgalerie und Stätte der Begegnung von Künstlern aus aller Welt –
gelegen am Hang eines der sieben Hügel des ursprünglichen Amman, untergebracht in mehreren historischen Gebäuden auf dem Boden eines byzantinischen Klosters.
Durch Ausstellungen weltweit bekannt ist die in Am-
man lebende Palästinenserin Widad Kawar, die ihre Sammelleidenschaft für kostbare traditionelle Kleidung und Schmuck wissenschaftlich untermauert hat. In ihrem Haus sind einzigartige Zeugnisse der Kultur arabischer Staaten zu sehen. „Ich möchte mit meiner Sammlung einen Beitrag dazu leisten, der Öffentlichkeit die reiche Kultur arabischer Staaten nahe zu bringen und dadurch mithelfen, dass die Rolle der palästinensischen und jordanischen Frau in ihrem Heim und in der Gesellschaft richtig begriffen wird.“
Kunsthandwerk
Auch das traditionelle Handwerk wird gepflegt – in Kan Zaman, nahe dem Queen Ali
Stolz präsentiert sich der Wüstenpolizist mit seinem Sohn. Foto: Jordan Tourism Board
Stolz präsentiert sich der Wüstenpolizist mit seinem Sohn. Foto: Jordan Tourism Board
a International Airport, kann man Kunsthandwerker in Aktion beobachten. Besonders zu empfehlen ist ein Besuch im Bani Hamida-Haus, in dem Naturprodukt-Handarbeiten erstanden werden können – kreiert von über tausend Beduinenfrauen im Rahmen des Frauenförderungsprogramms einer königlichen Stiftung. Amman ist Ausgangspunkt für Ausflüge nach Jerash, einer Stadt 70 km nördlich von Amman mit gut erhaltenen römischen Stra-
ßen, Tempeln, Säulen und imposanten Amphitheatern. Im Sommer findet hier alljährlich im Südtheater vor 4 000 Zuschauern ein internationales Folklorefestival statt. Die berühmten Omaijaden-Schlös-
ser, wie Qusair Amra (Jagdschloss mit Fresken), stehen mitten in der Wüste und beeindrucken durch schöne Dek-
kenmalereien aus dem achten Jahrhundert und Fresken. „Möchten Sie ein Foto von Lawrence von Arabien sehen, den mein Vater sogar gekannt hat?“ Der etwa 80-jährige Wächter des Fort Azraq zeigt uns stolz vergilbte Exemplare, während wir ehrfürchtig die wuchtige Bauweise aus Basaltquadern bewundern.
Die Eindrücke bei einem weiteren eintägigen Ausflug sind vielfältig und nachhaltig: In Madaba ist in der
Georgskirche das berühmte byzantinische Kartenmosaik aus dem 6. Jahrhundert zu bewundern, das Jerusalem und andere heilige Stätten zeigt. Vom Berg Nebo mit seinem kargen Kloster Syagha geht nach Besichtigung weiterer Mosaiken der Blick über das weite Land bis zum See Genezareth. Auf dem Berg stand einst Moses und erblickte das Gelobte Land, ohne es je betreten zu haben.
Unterwegs beobachten wir das Anpflanzen von Tabak. Am Nachmittag kann man sich in Ma’in, einem Thermalbad, das schon von Herodes geschätzt wurde, erholen. Hier sprudelt das heiße Wasser direkt aus dem Felsen. Auf dem Weg zur einstigen Nabatäerstadt Petra besichtigen wir weitere spektakuläre Ruinenstädte. Ein Bad im nahe ge-
legenen Toten Meer bietet zwar nicht für jeden eine
Abkühlung, da sich das Wasser recht ölig anfühlt. Aber
es ist schon ein besonderes Gefühl, wegen des starken Salzgehaltes (rund 27 Prozent!) nicht untergehen zu können. Schwimmen ist fast unmöglich. Am besten legt man sich auf den Rücken und tut einfach nichts. Die Landschaft wird abwechslungsreich: Cañons, Wüste, Gebirge und im Frühjahr Grünflächen mit wilden Anemonen und
Mimosen. Im April kann man die schwarze Iris, die Nationalblume Jordaniens, entdecken.
Petra: Wüstenschlösser
Der Vorteil, sich von Amman aus auf das 300 Kilometer entfernte Petra zuzubewegen, ist offensichtlich: Man weiß die Schönheiten der Landschaft und der Bauwerke dieser Gegend vor der Besichtigung von Petra mehr zu schätzen als danach. Wer Petra gesehen hat, kann sich kaum noch etwas Überwältigenderes vorstellen. Für Petra sollte man gut zu Fuß sein. Mindestens ein ganzer Tag – vom frühen Morgen bis nach Sonnenuntergang – sollte eingeplant werden. Der Eintritt beträgt umgerechnet 20 Euro. Besser sind drei Tage, um die Gegend genauer zu erkunden und die etwa 1 500 in den roten Fels gehauenen Fassaden zu bewundern. Schon der Weg dorthin ist spektakulär: Es gibt nur einen Eingang, und man geht am besten zu Fuß in den Siq, in eine nur wenige Meter breite Schlucht, die ganz langsam abfällt und zu beiden Seiten von hohen, in der Morgensonne glühenden, bizarren Felsen gesäumt wird. Am Ende des Siqs, der labyrinthischen Schlucht, wartet ein felsgesäumter Platz auf den Besucher. Der Blick fällt auf das imposante „Schatzhaus“, einen in den roten Buntsandstein gehauenen 25 Meter breiten und circa 40 Meter hohen Bau mit sch
Al Khazneh, das monumentale Schatzhaus am Ausgang des Siqs in der antiken Felsenstadt Petra
Al Khazneh, das monumentale Schatzhaus am Ausgang des Siqs in der antiken Felsenstadt Petra
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lanken Säulen und Giebeln, der jeden Besucher durch die Ebenmäßigkeit der Proportionen und die Schönheit der gesamten Fassade beeindruckt. Innen ist das Bauwerk leer, jedoch sind die Felswände im Innern hier wie auch in den anderen in den Fels gehauenen Bauwerken von der Natur „dekoriert“: in allen Mineralien-Tönen von Beige über Rot, Violett, Grün und Blau. Ein guter Überblick über die rote Felslandschaft bietet sich vom Plateau der versunkenen Stadt beim Tempel Al Deir mit seiner gut erhaltenen
Fassade aus dem vierten Jahrhundert. Barbara Schumacher

Reise-Tipps
Anreise: Die meisten großen Airlines bedienen Amman Queen Alia International Airport. Vier Verbindungen wöchentlich mit Royal Jordanien ab Frankfurt und München; Flugpreis: Hin- und Rückflug 500 Euro.
Einreise: Visum für 30 Tage kann über die Botschaft in Berlin und di-
plomatische Vertretungen in Berlin, Hannover, München und Wiesba-
den, oder – noch einfacher – nach der Ankunft im Airport in Amman erteilt werden (oft eine Stunde Wartezeit).
Geld: Jordanian Dinar, aufgeteilt in 1 000 Fils (ein Euro = 0,74 Dinar).
Sprache: Arabisch, Englisch
Spezialveranstalter: DiNaReisen, Dr. Eman Bustami, Spezialist für
Orientreisen (Gruppen- und Individualreisen), Schillerstraße 63, 63533 Mainhausen, Telefon: 0 61 82/2 88 34, Fax: 0 61 82/92 44 35, E-Mail: ebusta mi@t-online.de, Internet: www.jor danienreisen.de
Preisbeispiele: Individualreise: je nach Reisezeit – acht Tage ab 860 Euro; Gruppenreise: ab 1 385 Euro.
Vier- und Fünfsternehotels:
In Amman: Le Méridien Amman; Amra Forum Hotel International,
6th Circle Amman. Am Toten Meer: Mövenpick Hotels & Resorts, Dead Sea, Sweimeh. Petra/Wadi Rum: Mövenpick Resort, POB 214 (Direk-
tor: der Schweizer Peter Hoesli); The Nabatean Castle Hotel, POB 184.

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