ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 1/2003Italien: Amalfitana – eine Traumküste

Supplement: Reisemagazin

Italien: Amalfitana – eine Traumküste

Dtsch Arztebl 2003; 100(10): [14]

Scheiper, Renate V.

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Ravello: buchtenreiche Küste Fotos: Renate V. Scheiper
Ravello: buchtenreiche Küste Fotos: Renate V. Scheiper
Als schönste Panoramastraße der Welt gilt die Amalfitana in der süditalienischen Region Kampanien. Das sich auf nur 40 Kilometern zwischen Positano und Vietri sul Mare erstreckende, windungsreiche, schmale Asphaltband oberhalb der meist steil ins Meer stürzenden Felsen birgt die Gefahr, dass man vor Staunen am Lenkrad vergisst, auf den Gegenverkehr zu achten. Mühevoll wurden dem Steilfelsen manchmal nur handtuchgroße Terrassen abgerungen, auf denen die saftigen Zitronen der Gegend gedeihen, beschattet von Palmen, Feigen- und üppigen Oleanderbäumen. Tief unten umspült blaugrünes Wasser feine Sand- oder Kiesstrände in schmalen Buchten oder gischtet schäumend an Felsen empor. Die 1840 in den Fels geschlagene Straße folgt kühn jeder natürlichen Windung, überquert Schluchten, durch die im Frühjahr reißende Gebirgsbäche ins Meer donnern. Für Massentourismus ist hier kein Platz.
Verwunschene Dörfer
Unvermutet tauchen plötzlich hinter einer engen Kurve die in der Sonne leuchtenden Kuppeln der Kirchen eines der verwunschen Örtchen, wie Atrani oder Cetara, auf. Verbissen, so scheint es, wurde dem bergigen Gelände jeder Quadratmeter abgerungen, um links oder rechts der ohnehin schmalen Straße eine Häuserzeile, manchmal sogar mit einer Trattoria dazwischen, zu bauen und ein winziges Gärtchen anzulegen. Aus kaum wahrnehmbaren Erdbrocken oder Blumentöpfen quellen üppige Blumen in allen Farben hervor, die auch den Reiz dieser Traumküste ausmachen. Nur in Maiori, Minori und Amalfi erreicht die Straße Meeresniveau. Dort bilden gleich neben der Autostraße oder Strandpromenade am Strand Liegestühle und Sonnenschirme den bunten Übergang zum Meer.
Mitten im Ortskern von Minori wurde eine römische Villa aus dem 1. Jh. v. Chr. mit gut erhaltenen Mosaiken (Eintritt frei) ausgegraben. Das
im Museo Civico von Amalfi auf den Tabulae Amalfitanae noch zu lesende Seerecht war bis zum 16. Jahrhundert im gesamten Mittelmeerraum verbindlich. Amalfi gehörte neben Venedig und Genua zu den großen Seerepubliken. Auf der Freitreppe des Doms von Amalfi im arabisch-normannischen Stil und mit Goldmosaiken in der Giebelfront sitzen junge Leute und schlecken ihr Eis. In den Cafés auf der Piazza schlürfen Kenner genüsslich eisgekühlten Limoncello, die Zitronenlikör-Spezialität der Region, die in fantasievollen Fläschchen in den Geschäften als Souvenir feilgeboten wird. Im Labyrinth schlängeln sich die Gässchen ins Hinterland und verführen zu Wanderungen in die Berge. Vom kleinen Hafen aus fahren Schnellboote in einer Stunde hinüber nach Capri.
Ravello hoch oben
Amalfi: Der Dom ragt über die Stadt hinaus.
Amalfi: Der Dom ragt über die Stadt hinaus.
Hoch über Amalfi thront der im Baedeker mit zwei Sternen versehene noch ursprüngliche Ort Ravello, beschirmt von weit ausladenden Pinien, wo seit 50 Jahren jeweils im Juli und August das Konzert-Festival mit Orchestern und Dirigenten aus aller Welt stattfindet.
Die Zuhörer sitzen unter Palmen zwischen Blumenbeeten mit Blick wie
aus einem Adlerhorst auf die atemberaubende Küste. Besonders dramatisch wirken hier oben die hohen, dickstämmigen Pinien mit ungewöhnlich großen, weit ausladenden Kronen. An der Piazza gleich neben dem Dom liegt die Villa Rufolo aus dem 13. Jahrhundert im arabisch-sizilianischen Stil. Als der Komponist Richard Wagner, der in Salerno an seiner Oper „Parsifal“ arbeitete, 1888 die Villa besuchte, rief er begeistert aus: „Klingsors Zaubergarten ist gefunden.“
Fast übereinander stapeln sich die Häuser und Kirchen von Positano, die sich in eine enge Bucht schmiegen. Gut zu Fuß muss man hier sein, will man den kleinen Hafenanleger und den schmalen Strand erreichen. Hochragende Kulisse bilden dahinter die Berge. Künstler und Schauspieler entdeckten in den Sechzigerjahren diesen ungewöhnlichen Ort für sich. Boutique reiht sich noch heute an Boutique.
Blasmusik und Feuerwerk
Ebenfalls im Juli/August finden in allen Orten entlang der Küste Feste zu Ehren der Ortsheiligen statt, die mit Blasmusik und Feuerwerk begangen werden. Höhepunkt sind am 15. August die Feiern zu Ehren Marias. Am besten kann man die landschaftlichen und kulturellen Schätze dieser Küste genießen, wenn man nicht nur mit dem Auto hindurchfährt oder in einem Hotel wohnt, sondern in einer der komfortablen Villen oder Apartments des italienischen Ferienhausspezialisten Cuendet, dessen Objekte in den schönsten Regionen liegen.
Busverbindungen ersparen das bei der italienischen Mentalität und den schmalen Straßen anstrengende Autofahren und Parkplatzsuchen. Zum Beispiel hält der Linienbus direkt vor der Einfahrt der Villa Idillio, die zwischen Minori und Amalfi unterhalb Ravellos im Scheitel des Golfes mit einem überwältigenden Blick liegt. 140 Stufen ab Straßenniveau sind hinabzusteigen zu diesem Wohnparadies. Grillen zirpen in den Bäumen des kleinen Gartens zwischen Meer und Himmel, unten plätschern die Wellen, Feigen und Zitronen duften. Renate V. Scheiper

Villa Romana: Mosaik
Villa Romana: Mosaik
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Reise-Tipps
Auskünfte: Cuendet-Ferienhäuser und Apartments unter der gebührenfreien Nummer 08 00/1 83-35 65 und 08 00/1 80-01 14, E-Mail: anfrage@cuendet.com, www.cuendet.com. In Reisebüros buchbar.
Flüge: Von allen Flughäfen Deutschlands über Frankfurt oder München nach Neapel mit verschiedenen Fluglinien. Ab Neapel mit dem Bus über Maiori und Minori bis Amalfi oder mit einem Mietwagen.
Busverbindungen und weitere Informationen beim Staatlichen Italienischen Fremdenverkehrsamt ENIT, Kaiserstraße 65, 60329
Frankfurt/Main, Telefon: 0 69/23 74 34, Fax: 23 28 94, E-Mail: enit.ffm@t-online.de.
Literatur: Baedeker/Allianz Reiseführer „Italien“, 25,95 Euro; DuMont Kunstreiseführer „Golf von Neapel und Kampanien“, 25,90 Euro; DuMont Reisetaschenbuch „Neapel-Amalfiküste-Cilento“, 12,00 Euro; Eckart Petrich: Italien II, Prestel Verlag, 29,95 Euro; Marion Giebel: Reisen in der Antike, Verlag Artemis & Winkler, 25,60 Euro; Marco Polo „Die Generalkarte“, Italien Blatt 8, 6,50 Euro; Langenscheidts Universal-Wörterbuch „Italienisch“, 7,50 Euro.

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